Fussball
Ein Schaulaufen gegen die Negativspirale: Dietikon gewinnt gegen Seuzach

Nicht schon wieder. Wieder hinten. Ein Gefühl, das man als Aufsteiger in der 1. Liga mittlerweile zu genüge kennt. Doch diesmal findet die Mannschaft von Goran Ivelj die passende Antwort. Und das fast im Minutentakt.

Fabian Sangines
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Kein Tor: Shaho Maroufi (v., FCD) trifft aus einer Abseitsposition.

Kein Tor: Shaho Maroufi (v., FCD) trifft aus einer Abseitsposition.

Fabian Sangines

Innert 15 Minuten fegten die Limmattaler mit fünf Toren über eine hoffnungslos überforderte Defensive des FC Seuzach hinweg und drehten das Spiel auf beeindruckende Art und Weise.

Denn vom frühen Rückstand (11.) liess sich die Mannschaft nie verunsichern. Der Gastgeber wollte, der Gastgeber drückte, der Gastgeber wurde belohnt. In der 16. Minute war es Dejan Miljkovic, der sein Team nach einer Ecke zurück in die Spur brachte. Zwei Minuten später traf Captain und Topscorer Luca Dimita zur verdienten 2:1-Führung.

Von da an ging das Schaulaufen erst richtig los. Nochmals Dimita (24.), nochmals Miljkovic (25., nach Vorlage von Dimita) und zur Krönung noch Shaho Maroufi (32.) – 5:1. Die Sache war gelaufen. Daran änderte Kradolfers Traumtor zum 2:5 quasi mit dem Pausenpfiff nichts mehr.

Sieg bleibt Sieg

Nach dem Seitenwechsel passierte bis auf Seuzachs Resultatkosmetik in der 90. Minute nichts mehr. Dietikon verwaltete geschickt und die Gäste ergaben sich ihrem Schicksal. Natürlich hätten die Dietiker diesen Sieg lieber in der Meisterschaft anstatt in der ersten Qualifikationsrunde für den Schweizer Cup eingefahren. Trotzdem: Sieg bleibt Sieg. Und für die Moral ist dieser Gold wert, vor allem deshalb, weil die Seuzacher – ebenfalls als Aufsteiger – in derselben Liga spielen.

Knoten geplatzt?

Auf der Dornau rieb man sich ausserdem verwundert die Augen: Lediglich 10 Tore brachte Dietikon in neun Meisterschaftsspielen zustande, jetzt schenkte der FCD dem Ligakonkurrenten in einer Viertelstunde gleich fünf Stück ein. Ist der Knoten endgültig geplatzt? «Ich hoffe es», sagte Doppeltorschütze Dimita nach der Partie. «Man spürt, dass das Niveau in der 1. Liga besser ist. Wir kommen zu weniger Chancen, kleine Fehler werden sofort bestraft. Von dieser Verunsicherung müssen wir uns lösen.»

Auch beim souveränen Erfolg gegen Seuzach war für Dimita nicht alles Gold, was glänzt: «Wir dürfen nicht in Schönheit sterben und müssen viel konsequenter die Tore machen.»

Wiedersehen bereits in einer Woche

Kurios: In einer Woche trifft Dietikon in der Meisterschaft auswärts erneut auf Seuzach. Die Winterthurer sind derzeit Vorletzter, die Limmattaler rangieren auf Platz 11. Bei der Neuauflage erwartet Dimita ein völlig neues Spiel: «Seuzach ist gewarnt, die werden mit einer ganz anderen Einstellung auftreten.» Der Cup hat seine eigenen Gesetze. Bleibt zu hoffen, dass das Limmattaler Offensiv-Feuerwerk kein Strohfeuer bleibt.