Alain Brunold kämpft gegen zu viel Ferien. Er will heute Abend nicht temporär arbeitslos werden. Der 27-Jährige steht mit Visp vor dem Ausscheiden aus den NLB-Playoffs. Halbfinal-Gegner Lausanne scheint zu stark zu sein. Dreimal traf man aufeinander, dreimal gingen die Romands als Gewinner vom Eis.

Der Limmattaler Brunold glaubt fest daran, dass die Serie heute nicht endet: «Wir wollen ein Lebenszeichen senden und werden nicht aufgeben. Irgendwie müssen wir einen Weg finden, um das Glück auf unsere Seite zu zwingen», so der gebürtige Schlieremer.

Entscheidungen fallen im Powerplay

Brunold glaubt, dass man inzwischen auf Augenhöhe mit Lausanne spiele, die Entscheidung aber immer wieder im Powerplay falle. Während Visp mit einem Mann mehr einfach nicht trifft, schoss Lausanne fünf der letzten sieben Treffer in Überzahl.

Er selber, der seine Karriere beim EHC Urdorf lanciert hatte und mit 13 Jahren in die Nachwuchsabteilung der Kloten Flyers zügelte, ist in seinen sechs Jahren beim EHC Visp ein halber Walliser geworden. Brunold wohnt mit seiner Walliser Lebenspartnerin in Naters. Selbst seine Zürcher Eltern zieht es in die Berge: «Weil die NLB in den Weihnachtsferien keine Pause macht, kommen sie jeweils zu mir nach Naters, um gemeinsam Heiligabend zu feiern.»

50 Punkte in 45 Quali-Partien

Dass der Limmattaler «in Visp viel Spass hat», liegt auch am persönlichen Erfolg. 50 Punkte hat er in 45 Qualifikationspartien gesammelt. Damit ist er der siebtbeste Skorer der Nationalliga B. Ruft bald wieder die NLA? «Nein, ich spiele lieber hier eine wichtige Rolle, als in der NLA ab und zu eingesetzt zu werden», sagt Brunold.

Seine konstant starken Skorerwerte führt er auf das blinde Verständnis in der Sturmlinie zurück. Seit vier Saisons stürmt Brunold an der Seite von Luca Triulzi und Tomas Dolana. Wie ausgeglichen der Block besetzt ist, beweist die Ausbeute in dieser Meisterschaft. Triulzi hat 51 Skorerpunkte, Dolana und Brunold je 50 auf dem Konto. Heute will das Trio auch gegen Lausanne zuschlagen.