53. So viele Gegentreffer kassierten die Limmattal Wings in der vergangenen Saison mehr im Vergleich zur Spielzeit 2011/12. Es ist der Hauptgrund für den Absturz von der Finalrunde in die Abstiegszone.

Nur ein Zähler trennte sie letztlich von einem Relegationsplatz. Mit nur vier gelernten Verteidigern im Kader war die Ausgangslage von Beginn weg schlecht. Auch der Schlussakt war negativ: Trainer Matthias Honegger quittierte seinen Dienst.

Der Auftrag an das neue, alte Trainerduo Mike Weiss/Jürg Brügger vor dem Auftakt am Mittwoch gegen Seetal lautet also: ein griffiges Defensivkonzept für die Wings. Vorletzte Saison hatte das geklappt. Als Unterschied zu später nennt Weiss schlicht den grösseren Kader.

So gesehen sind die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Spielzeit gegeben: Dank der Zusammenarbeit mit dem EHC Urdorf und der ist die 3.-Liga-Equipe gewachsen. Sieben Verteidiger sind aufgeführt, darunter mit dem 43-jährigen Marcel Graf eine lebende Legende der Limmattaler Eishockeyszene. Er steht in der «Saurier-Hierarchie» in der Mitte, hinter Lolo Bertschmann (47) und vor Jürg Dietiker (40).

Die fehlende Spritzigkeit dieser drei Haudegen muss durch ein System wettgemacht werden. Dieses sieht gemäss Weiss vor, dass die Flügelspieler den Gegner früh im Aufbau stören und der Center die neutrale Zone überwacht. Kurz: Angriff ist die beste Verteidigung. Darüber hinaus verfügt man nach der Verpflichtung von Sandro Fischer über ein besseres Torhüterduo als zuvor.

Findet Gamper den Tritt?

Was die Offensive anbelangt, sind die Augen wieder einmal auf Cyrill Hruby gerichtet. Die Hoffnungen liegen aber auf dem Quasi-Comeback Nicolas Gamper, der zuletzt wegen einer Knieverletzung nur auf drei Einsätze kam. Seine Skorerqualitäten tun not: Nach den Abgängen von Flurin Crüzer (Engadina) und Fabian Meier (Pause) fehlen 31 Skorerpunkte.

Angesichts von lediglich 68 erzielten Treffern in der vergangenen Saison ist das ein äusserst hoher Wert. Apropos: Während die Zahl der Gegentreffer eklatant angestiegen ist im Vergleich der zwei Vorsaisons, sind die Werte der geschossenen Tore erstaunlicherweise fast gleichhoch (2011/12: 75). Das ist ein weiteres Indiz dafür, dass mit allen Mitteln dichtgemacht werden muss.