Im Wind schwenkende Lampen; zusätzlich Eisreinigungen wegen Wasserlachen auf dem Eis; unverhofft stoppende Pucks im Schneegestöber – vorbei. Die Kunsteisbahn Weihermatt ist zur Eishalle Weihermatt geworden, diese ist aber noch nicht in Betrieb. Ist die Überdachung ein Nachteil für die ansässigen Eishockeyaner? Schliesslich kamen die Gegner gerade wegen der wenig komfortablen Situation ungern nach Urdorf. «Ich sehe das positiv – das Ding kann ein richtiger Hexenkessel werden, wenn viele Leute kommen. Ausserdem gewinnt dann nie mehr eine Mannschaft, weil sie vom Wetter bevorteilt wurde.» Der das sagt, ist Sandro Ungricht. Er wurde vor rund zwei Jahren von EHCU-Vereinspräsident Bernhard Kunz als Gesicht des Vereins auserkoren, um für die Zukunft des Eissports im Limmattal zu werben. Als Heimkehrer nach Lehrjahren in Kloten und Winterthur sowie einem unglücklichen Abstecher zu Erstligist Wettingen, der sein Team zurückzog und in der 3. Liga aufbaute, kehrte der in Urdorf Aufgewachsene und noch heute Wohnhafte zurück an seine alte Wirkungsstätte, um weiter seiner Leidenschaft zu frönen.

Das tat er auch während einer Spielzeit. Die komplette vergangene Saison musste er als Zuschauer mitmachen. März 2010: Der Wirtschaftsberater verunfallte mit dem Fahrrad – Schleudertrauma. «Ich fühlte mich unwohl, hatte oft Kopfschmerzen», beschreibt Ungricht die typischen Symptome. An Eishockey war nicht mehr zu denken. Ein-, zweimal habe er sich aufs Eis gewagt, «doch das war keine gute Idee». An das Ende dachte er gleichwohl nicht. Mit der Halle, für die er einst geworben hatte, kehrt Ungricht auf das Eis zurück. Angst oder Vorbehalte habe er keine. «Natürlich habe ich meinen Spielstil etwas angepasst: Die Defensivarbeit wird vermutlich etwas darunter leiden, weil ich nicht mehr jeden anspringe», sagt der Flügelstürmer, «das Skoren wird hoffentlich nicht davon beeinträchtigt.»

Die «Stiere» sind in der «Zentralschweizer Gruppe», nachdem es in der Vergangenheit an Winterthur und Illnau-Effretikon kein Vorbeikommen gegeben hat. Der Modus sieht wiederum vor, dass sich die ersten vier Teams der Achtergruppe für die Meisterrunde qualifizieren, wovon schliesslich der Sieger für die Aufstiegsspiele qualifiziert ist. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Trainer Dani Hüni den EHCU dereinst in die 2. Liga zurückführen will. Sandro Ungricht unterstützt die Ambitionen: «Der Kader ist breiter, wir haben eine gute Mannschaft, die in die Top drei der Gruppe kommen kann. Und wenn wir die Chance dazu erhalten, wollen wir natürlich aufsteigen.»

So schön ein Dach über dem Kopf zu haben auch ist – zufrieden ist auch Ungricht nur, wenn sich der Erfolg einstellt. Den braucht es auch, um die Akteure angesichts des grossen Konkurrenzkampfs bei Laune zu halten. Um erfolgreich zu sein, muss das Team Biss und Willen beweisen. Wie in der vergangenen Saison, als es die Qualifikation für die Meisterrunde dank einem starken Schlussspurt schaffte. Mit seinem Comeback setzt Ungricht ein starkes Zeichen, getreu seinem Motto: «Go hard or go home.»