Es herrschen turbulente Zeiten beim FC Zürich. Am 1. April verkündete die sportliche Leitung der Stadtzürcher die sofortige Degradierung der bisherigen Nummer 1 David Da Costa. Kandidaten für den frei werdenden Posten sind der per sofort vom FC Wil zurückkehrende Yanick Brecher und der routinierte Anthony Favre.

Mit in den Umbruch involviert ist auch der 19-jährige Baumann, der bei Zürichs U21 das Tor hütet, der nun bis Saisonende beim FC Wil in der Challenge League in Brechers Fussstapfen treten soll.

Erstmals im Profifussball

In Wil trifft Baumann auf optimale Bedingungen, um erstmals Profi-Luft zu schnuppern. Die Ostschweizer liegen komfortabel im Tabellenmittelfeld und sind bekannt für den fördernden Umgang und die Integration junger Spieler.

Davon zeugt nicht nur die Entwicklung von Vorgänger Yanick Brecher, der auf Anhieb zum unangefochtenen Stammspieler avancierte. Tatsächlich besitzen die Wiler mit einem Durchschnittsalter von 23,2 Jahren das jüngste Kader der Challenge League.

Zwei Monate sind gewiss eine kurze Zeitspanne, spannend, ob sich der Jungspund innert dieser Zeit an das höhere Niveau und die neue Mannschaft gewöhnen kann. So oder so, für Baumann bieten sich für die kommende Saison gänzlich neue Perspektiven.

Vermag er in der Challenge League zu überzeugen, ist eine Jahresleihe in Wil für die Meisterschaft 2015/16 nicht ausgeschlossen. Auch die Situation beim FCZ dürfte der Limmattaler aufmerksam verfolgen.

David Da Costa wird sich wohl kaum mit der Reservistenrolle zufrieden geben und den Verein womöglich verlassen. Ebenfalls wird der Vertrag mit der bisherigen Nummer 3 Andres Malloth nicht verlängert.

Wechsel wird es bei den Torhütern also auf alle Fälle geben. Es ist denkbar, dass der bisherige U21-Torhüter Baumann bei entsprechenden Leistungen künftig zum Kader der ersten Mannschaft gehören könnte.

Geduld als Tugend

Trotz aller Spekulation bleibt der Bergdietiker realistisch und übt sich in Geduld: «Das ist eine grosse Chance. Aber ich will nichts forcieren und schon gar nicht spekulieren. Ich bin erst 19.»

Die zentrale Botschaft dieser spannenden Tage ist für den Keeper eine andere: «Die Erkenntnis, dass ich nach und nach die Früchte harter Arbeit ernten kann. Dass es sich zu kämpfen lohnt». Der Wechsel des aufstrebenden Limmattaler Torhüters zu Wil ist richtig, wenn auch mutig. Denn frisch gewagt ist halb gewonnen.