Schwingen
Ein Aussenseiter beseitigt den Favoriten Gisler

Überraschender Sieg von Stefan Kennel am Niklausschwinget in Dietikon. Unter anderem besiegte er Bruno Gisler, der das Event schon zwei Mal gewonnen hatte und als Favorit startete. Die Limmattaler Daniel Wettstein und Thomas Kammermann erkämpften sich eine Auszeichnung.

Bruno Auf Der Maur
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Mit Stefan Kennel gewinnt äusserst überraschend ein krasser Aussenseiter den 77. Nikolausschwinget.

Mit Stefan Kennel gewinnt äusserst überraschend ein krasser Aussenseiter den 77. Nikolausschwinget.

fotojaus.ch

Die 77. Austragung des Niklausschwinget in Dietikon endete mit einer grossen Überraschung. Nicht der favorisierte eidgenössische Kranzschwinger Bruno Gisler schwang beim traditionellen Hallenschwinget obenaus, sondern mit Stefan Kennel aus Oberarth ein krasser Aussenseiter. Letztlich war der Sieg des bis anhin wenig bekannten Innerschweizers aber verdient. Kennel selbst räumte im fünften Gang den zweifachen «Niklaus»-Sieger Bruno Gisler aus dem Weg. Damit sorgte Kennel für eine kleine Sensation und wirbelte die Rangliste gehörig durcheinander.

Kampf zwischen Andreas Faessler (l.) und Stefan Kennel
6 Bilder
Andreas Faessler (l.) zwingt Stefan Kennel in die Knie
Stefan Kennel, Sieger des Nikolausschwinget in Dietikon, lässt sich feiern
Daniel Wettstein während eines Kampfes
Vater und Sohn erholen sich im Sägemehl
Beginn des Sturtzfluges mit Thomas Kammermann (r.)

Kampf zwischen Andreas Faessler (l.) und Stefan Kennel

Roland Jaus

Im Schlussgang traf Kennel vor 800 Zuschauern auf den Nordostschweizer Andreas Fässler aus Gais. In der Endausmarchung ging der auf dem Papier stärkere Fässler in die Offensive, während Kennel mit Konterangriffen gefährlich blieb. Nach 8:24 Minuten setzte Kennel zu einem explosiv ausgeführten Kurz-Fussstich an und sicherte sich damit seinen ersten Festsieg.

Ausschlaggebend für den grössten Erfolg seiner noch jungen Karriere sei für den 21-jährigen Zimmermann der unerwartete Sieg gegen Gisler gewesen. «Im Gang gegen Gisler wie auch im Schlussgang wartete ich ab, bis meine Chance kam», verriet Kennel sein Erfolgsrezept. Die Taktik ging für den zweifachen Kranzschwinger voll auf, womit er nach dem letztjährigen Erfolg von Edi Kündig den Sieg erneut in die Innerschweiz entführte.

Erwartungen übertroffen

Obwohl mit Ausnahme von Gisler die ganz grossen Namen fehlten, konnte sich das Teilnehmerfeld mit 108 Schwingern aus der Nordost-, Nordwest- und Innerschweiz sehen lassen. Die Teilnehmer des organisierenden Schwingklubs Glatt- und Limmattal mussten sich also auf starke Konkurrenten einstellen. Das Trio mit Thomas Kammermann, Daniel Wettstein und Luca Pallaoro löste die schwierige Aufgabe gut. Mit zwei Auszeichnungen übertrafen sie die Erwartungen deutlich.

Für einmal war aber nicht Teamleader Kammermann der beste Glatt- und Limmattaler, sondern der 20 jährige Daniel Wettstein. «Ich bin mit meiner Leistung zufrieden. Vor allem am Nachmittag lief es gut.» Tatsächlich konnte Wettstein sein Potenzial in der zweiten Wettkampfphase voll ausschöpfen. In der Endabrechnung belegte er den neunten Rang.

Kammermann enttäuscht

Obwohl auch Kammermann die Auszeichnung erkämpfte, konnte er seine Enttäuschung über einen verpassten Spitzenplatz nicht verbergen. Und es zeigt, dass der 27-jährige hohe Ambitionen hat. Nach drei Siegen und zwei Niederlagen war die Ausgangslage für den vierfachen Kranzschwinger vielversprechend. Im letzten Gang musste Kammermann aber noch ein Unentschieden hinnehmen. Der erst 17 jährige Luca Pallaoro aus Oberengstringen belegte den 20. Rang.