Noch zwei Tage, dann beginnt für den EHC Urdorf wieder die Meisterschaft. Gegner wird der EHC Thalwil sein – den die Urdorfer nicht kennen. Verständlich: Die Limmattaler haben in der letzten Saison noch eine Liga höher gespielt. Am Samstag müssen die «Stiere» nach ihrem Abstieg in der 3. Liga ran.

Doch nicht nur die Liga ist neu. Auch ein neuer Trainer steht an der Bande. Jürg Brügger, der die Mannschaft in der vergangenen Saison gecoacht hat, hat während der Sommerpause seinen Rücktritt erklärt. «Ich hatte das Gefühl, dass ich die Mannschaft nicht mehr erreiche», begründet er diesen Schritt. Zudem hätten persönliche Gründe eine Rolle gespielt: «Der Aufwand zusammen mit meinem Beruf wurde mir zu gross.» Brügger hat sich vorerst vom Eishockey zurückgezogen.

Seinen Posten hat Andi Wismer übernommen. «Ich habe mich ganz normal beworben und wurde angenommen», sagt er und lacht. Wismer ist in Urdorf ein alter Bekannter: Er hat die erste Mannschaft der Limmattaler schon einmal gecoacht, und zwar fünf Saisons lang bis ins Jahr 2009. Seine Zeit als Coach war eine Achterbahnfahrt. Als er den EHC Urdorf übernahm, war die Mannschaft ebenfalls von der 2. in die 3. Liga abgestiegen. Die Urdorfer hätten in der darauffolgenden Saison Chancen auf den direkten Wiederaufstieg gehabt, verzichteten aber darauf. Ein Jahr später verpasste Wismers Team den Aufstieg nur ganz knapp. Dafür gelang ihm den Sprung in die 2. Liga ein Jahr später. Doch die Urdorfer konnten die Klasse nicht halten und stiegen wieder ab – wegen eines einzigen Punktes. Die «Stiere» visierten daraufhin den Wiederaufstieg an, doch daraus wurde nichts. Wismer zog die Konsequenzen und trat zurück.

«Um Jahre zurückgeworfen»

Auch in der neuen Saison lautet das Ziel Wiederaufstieg. «Das ist nicht nur mein Ziel, sondern auch dasjenige des Vereins», sagt Wismer. Das bestätigt Sportchef Lorenz Bertschmann: «Wir müssen unbedingt wieder aufsteigen, schon allein wegen der vielen guten Junioren, die bei uns im Verein spielen.» Der Abstieg sei für den Verein eine «Katastrophe» gewesen: «Wir sind dadurch um Jahre zurückgeworfen worden.»

Trotzdem hat man bei den Urdorfern an den bestehenden Strukturen festgehalten. «Wir haben die Vorbereitung so geplant, wie wenn wir noch in der 2. Liga wären», erläutert Bertschmann.

Eine negative Folge hatte der Abstieg für die «Stiere» aber dennoch. «Unser Kader hat nicht mehr dieselbe Breite wie noch in der vergangenen Saison», sagt Bertschmann. Damals habe man noch mit vier Linien antreten können. «Aber in der 3. Liga reichen zwei Linien aus», ist der Sportchef überzeugt.

Mit weniger Spielern soll Wismer also den direkten Wiederaufstieg schaffen. Wird der Trainer damit nicht zu sehr unter Druck gesetzt? «Wir stehen als ganzer Verein unter Druck», erwidert Bertschmann. «Aber Andi Wismer hat eine sehr gute Trainerausbildung und auch Erfahrung im Nachwuchsbereich.» Und wenn er den Aufstieg trotz aller Erwartungen nicht schafft? «Dann wäre er sicher nicht der Buhmann», versichert Bertschmann. «Am Ende müssen es die Spieler auf dem Eis richten.» Und Wismer selbst sieht sich ebenfalls nicht unter Druck gesetzt: «Man muss ambitionierte Ziele haben.»

Mit welcher taktischen Ausrichtung will er den Wiederaufstieg schaffen? Wismer hält sich bedeckt. «Das kommt auf den Gegner an», meint er. «Wir werden uns taktisch anpassen.»

Was den ersten Gegner anbelangt, weiss Wismer noch nicht, wie er spielen wird. «Ich kenne Thalwil überhaupt nicht», gesteht er. Dennoch ist er optimistisch. «Die Spieler haben konzentriert gearbeitet, die Stimmung ist gut im Team», lobt Wismer. «Ich habe das Ziel, dass wir in Thalwil gewinnen.»