«Ich bin nicht zufrieden», so der Jungspund erfrischend selbstkritisch, «die Spitzigkeit hat mir vor allem in der ersten Halbzeit gefehlt.» Und das habe nichts mit dem Kellerfest in Oetwil zu tun gehabt. «Am Samstag war ich um zehn im Bett», schmunzelt Marti mit einem Augenzwinkern.

Erst in der Schlussphase zeigt Marti mit der einen oder anderen offensiven Aktion, warum man in Oetwil so grosse Stücke auf ihn hält. Gestern durfte ererstmals über die gesamten 90 Minuten ran.

Beeindruckende Zahlen

Die Zahlen sind beeindruckend. Nico Marti, seit dem 25. März erst 17-jährig und bis Ende letzter Saison noch bei den B-Junioren spielberechtigt, kam in den bisherigen vier Meisterschaftspartien auf insgesamt 250 Einsatzminuten und erzielte zwei Tore. Darunter das entscheidende 1:0 im Startspiel gegen Centro Lusitano.

Als er noch Nachwuchstrainer beim FC Engstringen war, sah Roger Balmer Nico Marti erstmals spielen. «Er fiel mir damals schon auf.»

Mittlerweile ist Balmer Cheftrainer beim FC Oetwil-Geroldswil. Und in dieser Funktion holte er den Jungspund auf die aktuelle Saison ins Kader der 1. Mannschaft. Marti könnte altersmässig noch bei den A-Junioren spielen. «Aber er gehört fix in unser Team», so Balmer.

«Er ist locker und doch seriös»

Und von dort ist er nicht mehr wegzudenken. Nicht nur seiner Tore wegen. Marti ist einer, der Fussball liebt. «Er hat eine lockere Art, trotz seiner Seriosität», so Balmer. Natürlich muss Marti noch an sich arbeiten, schliesslich ist er erst 17 Jahre alt. «Er muss lernen, das Spiel besser zu lesen und die Konzentration stets aufrecht zu erhalten.» Balmer überlegt einen Moment: «Und wenn er auch noch seine zwischenzeitliche Angst ablegen kann, dann ist er im Aktivfussball definitiv angekommen.»

Oder anders ausgedrückt: Auch wenn Nico Marti erst am Beginn seiner Karriere steht: Wenn er gesund bleibt und weiterhin seriös an sich arbeitet, kann er es weit bringen. «Er ist der Typ Spieler, der früher oder später in den Notizbüchern von grösseren Vereinen steht», prophezeit Balmer. Wer weiss, vielleicht startet nach U17-Weltmeister Oliver Buff bald ein weiteres FCOG-Eigengewächst im Fussball durch.