Eishockey
EHCU-Trainer Hüni stellte sein Amt zur Verfügung wegen seiner Heirat

Der Zweitligist befindet sich in der Vorbereitung auf die kommende Saison. Trainer Dani Hüni wird drei Wochen davon in den Flitterwochen in Australien sein. Deshalb konnten Team und Vorstand entscheiden, ob sie mit ihm weitermachen wollen.

Raphael Biermayr
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Impressionen vom Eistraining des EHC Urdorf in Küssnacht am Rigi
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Goalie Florian Wassmer
Sandro Duttweiler
Dani Hüni
Colin Wiederkehr
Urs Landis

Impressionen vom Eistraining des EHC Urdorf in Küssnacht am Rigi

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Trainer Dani Hüni und Spieler Raphael Studer haben etwas besonderes gemeinsam. Sie gaben ihren Partnerinnen am selben Tag das Jawort auf dem Standesamt und legen das Gelübde am selben Tag in der Kirche ab.

Während das im Profibereich selten bis nie Einfluss hat auf den Trainings- und Spielbetrieb, sieht das bei Amateuren anders aus: Hüni verpasst während der Flitterwochen einen wesentlichen Teil der Vorbereitung - und fehlt natürlich auch im Arbeitsbetrieb. Der 47-Jährige hält den «Schaden» so gering wie möglich. Kaum zurück aus Australien gehts zur Arbeit, bevor ab dem 12. September das Trainingslager des EHCU in Flims auf dem Programm steht.

Dass der Zürcher Unterländer weiterhin Trainer der Limmattaler ist, hat nicht er entschieden. «Ich stellte mit Verweis auf meine Hochzeit mein Amt zur Verfügung», legt er offen. Sowohl Mannschaft als auch Vorstand hätten ihm beschieden, mit ihm weiterarbeiten zu wollen.

Neue Gesichter erstmals dabei

Das bis dahin letzten von ihm geleiteten Eistraining in Küssnacht am Rigi geht gemächlich an. Die Anzahl von 15 Spielern klingt ordentlich. Die Zahl relativiert sich, wenn man weiss, dass es ein gemeinschaftliches Training der ersten und zweiten Mannschaft ist. Infolge Ferien und sonstigen Abwesenheiten fehlen auch in der dritten Einheit viele.

«Es geht nicht darum, voll in die Zweikämpfe zu gehen, sondern, das Eis zu spüren», sagt Hüni denn auch zum Trainingsprogramm. Von den Neuen sind erstmals Goalie Urs Landis sowie Ivo und Tizian Müller, Marlon Pieroni und Nils Schweri im Rink. Ausserdem trainiert von den Limmattal Wings Alexander Marty mit.

Mittlerweile hat sich auch entschieden, dass Cédric Ammann während der Saison mit einer B-Lizenz für die «Stiere» spielen wird. Gemäss Trainer Hüni bestehe die Chance auf weitere Wechselspieler aus den Reihen der Elite-B-Junioren der ZSC Lions.

Acht Vorbereitungsspiele

Weil Co-Trainer Thomas Heldner - der Ex-Nationalspieler fällt wegen einer Knieoperation als Spieler aus - bald auch in den Ferien weilen wird, wird «Zwei»-Trainer Sandro Ungricht in den kommenden Wochen die Einheiten leiten. Das erste von acht Testspielen findet am Samstag gegen Rapperswil-Jona statt (20.30 Uhr, Diners Club Arena).

Die St. Galler waren in der vergangenen Saison Gegner der Urdorfer und sind nun in die Gruppe 2 umgeteilt ist. Wegen der Hochzeiten von Hüni und Studer ist das Kader übersichtlich: Es wird mit Akteuren der 4.-Liga-Equipe gespickt.

Trotz dieser allgegenwärtigen Improvisation in Anbetracht der besonderen Umstände: Angst um eine seriöse Vorbereitung hat Hüni nicht. Möglicherweise mit Recht, nimmt man die vergangene Spielzeit: Der Überraschungsaufsteiger hatte in der Vorsaison alles andere als optimale Voraussetzungen. Und überzeugte anschliessend mit Platz neun.