Eishockey
EHC Urdorf stolpert von Kanterniederlage zu Kanterniederlage

Der winterliche Ausflug der Urdorfer 2.-Liga-Eishockeyaner ins Tessin war kein Vergnügen. Beim 1:8 kassierten die «Stiere» die fünfte Niederlage in Serie. Zu denken geben muss die Höhe des Resultats.

Rainer Sommerhalder
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Torhüter Sandro Fischer hatte genug vom munteren Toreschiessen des Gegners und liess sich auswechseln. Foto: Manuel Geisser

Torhüter Sandro Fischer hatte genug vom munteren Toreschiessen des Gegners und liess sich auswechseln. Foto: Manuel Geisser

«Wir haben sieben Minuten lang nicht Eishockey gespielt», lautete die Kurzversion von Urdorf-Trainer Daniel Hüni zum Geschehen im Tessin. 1:3 lag man nach dem Startdrittel zurück. Nach dem Torhüterwechsel von Fischer zu Wassmer kehrte Ruhe ein, ehe kurz vor der zweiten Drittelspause die kapitalen 305 Sekunden mit vier Gegentreffern geschahen. Der Reihe nach hat jeder Block bei seinem Einsatz ein Tor erhalten. Der Frust, der im Team aufstieg, sei beinahe greifbar gewesen.

Hüni musste in diesr Phase nicht zum ersten Mal in der neuen Saison feststellen: «Die Spieler haben Mühe Gegentore zu verkraften». Dieses mentale Problem führt dann dazu, «dass es den Anschein macht, als sei dem Team egal, ob man nun fünf oder acht Gegentore kassiert». Diese fehlende Konsequenz passt dem Trainer überhaupt nicht.

Trotz des glasklaren Resultate begegnete Urdorf den Tessinern lange auf Augenhöhe. Hüni spricht von einer lange Zeit seriösen Spielweise, von ausgeglichenen Spielanteilen und sogar von einer leichten Druckperiode in der ersten Hälfte des Mitteldrittels. Er hat aber auch gesehen, wie seine Stürmer Mühe haben, wirkliche Gefahr vor dem gegnerischen Tor zu kreieren. «Sogar als wir zweimal alleine auf den Bellinzona-Torhüter losziehen konnten, wurde es nicht wirklich gefährlich.» Weil sein Team «die Arbeit nicht fertig gemacht hat», sei der Sieg der insgesamt deutlich konsequenteren Bellinzonesi verdient gewesen.

Während Gegner Bellinzona nach zuvor ebenfalls vier Niederlagen in Serie nicht zuletzt dank dem vierfachen Torschützen De Gottardi zurück auf die Erfolgsspur fand, braucht der EHC Urdorf dringend eine Steigerung, denn nun folgen die wichtigen Spiele. Etwa am Samstag gegen Zug, das zwar in der Tabelle vier Ränge vor den elftplatzierten Limmattalern liegt, aber nur drei Punkte mehr auf dem Konto hat als die «Stiere». «Jetzt muss ein Erfolgserlebnis kommen», fordert Daniel Hüni beinahe schon ultimativ.

Die Serie mit vier Kanterniederlagen mit jeweils nur einem geschossenen Tor hat aber beim Selbstvertrauen im Team tiefe Furchen hinterlassen. Ein Grund für diese hohen Niederlagen sieht Trainer Hüni im Ausfall von drei Leistungsträgern. Ex-Nationalspieler Thomas Heldner fällt mit Knorpelschaden wohl bis Ende Januar aus, Marco Novkovic mit Kreuzbandriss sogar bis Saisonende. Und auch Terence Roth muss dem Geschehen seiner Mitspieler nach einem Check bis auf weiteres von draussen zusehen. Trotzdem bleibt Hüni in Bezug auf die nächsten Spiele bedingt zuversichtlich: «Wir dürfen nicht mehr so viel auf die Niederlagen zurückblicken, sondern müssen uns darauf konzentrieren, die neuen Aufgaben anzupacken».