Eishockey

EHC Urdorf rumpelt sich zum Zittersieg

Endlich wieder einnal Jubel bei den Urdorfer Fans und den Spielern.

Endlich wieder einnal Jubel bei den Urdorfer Fans und den Spielern.

Die «Stiere» gewinnen das kapitale 2.-Liga-Heimspiel gegen Bellinzona mit 3:2 und verlassen den letzten Platz

Wir schreiben die drittletzte Spielminute. Das Strichduell der beiden Liga-Sorgenkinder steht auf der Kippe. Die Urdorfer führen nach Toren von Tobias Landis (5.), Claudio Kunz (44.) und Jann Schmid (50.) mit 3:2. Angetrieben von Captain Daniele Celio suchen die Tessiner aber verzweifelt den Ausgleich. Da schickt sich EHCU-Stürmer Schmid an, die Partie zu entscheiden, triff nach 58:01 Minuten jedoch nur den Pfosten. Sekunden später tragen Urdorfs Yanez und Bellinzonas Invernizzi ihr persönliches Playoff mit den Fäusten aus.

Schliesslich sitzen drei Tessiner gleichzeitig in der Kühlbox und legen sich auch verbal mit den Limmattalern an. Die Stimmung ist aufgeheizt. Da steht plötzlich Thomas Leimgruber neben der Strafbank. «Ich glaube, ich muss mich hier rasch zeigen», sagte Urdorfs Vereinspräsident schmunzelnd. Er, früher lange Jahre impulsiver Goalie, kennt solche heissen Partien aus eigener Erfahrung. Sekunden erklingt unter dem Jubel der Urdorfer Fans und Spieler die Schlusssirene.

Sieg nach vier Pleiten en suite

Nach vier Niederlagen in Serie haben die Urdorfer mit ihrem hart erkämpften Sieg gegen Bellinzona gerade noch rechtzeitig reagiert. «Hätten wir auch heute wieder verloren, wären die Playoffs definitiv weg gewesen», erklärte Leimgruber. Die Partie begann für die «Stiere» nach Wunsch.

Bereits in der 5. Minute erzielte Tobias Landis auf Vorarbeit von Verteidiger Stefan Birrer das 1:0. Viel zur Beruhigung der Nerven trug dieser Treffer allerdings nicht bei. Zweimal durften die Urdorfer bis zur ersten Sirene in numerischer Überzahl antreten. Für Gefahr vor dem Kasten von Bellinzona-Hüter Canepa sorgten sie allerdings nicht. Immerhin liess Heldners Team bei vier Minuten in Unterzahl keine Chance der Tessiner zu.

Im zweiten Drittel kippte die Partie. Zehn Sekunden nach Wiederanpfiff kassierten die «Stiere» den Ausgleich, nach 38. Minuten lagen sie mit 1:2 hinten. Eine Szene aus der 28. Minute ist sinnbildlich für die Verfassung der Urdorfer: Statt in numerischer Überzahl einen Angriff auszulösen, verwirft Lucas Jörg hinter dem eigenen Tor mit der Scheibe an Stock die Hände – er findet keine Anspielstation.

Dass Bellinzona nur mit 2:1 führt, verdanken die Urdorfer vor allem ihrem untadeligen Goalie Urs Landis. Im letzten Drittel drehten die kampfstarken Limmattaler mit einem Shorthander von Claudio Kunz und dem Game-Winning-Goal von Jann Schmid die Partie doch noch.

Am kommenden Donnerstag geht die Meisterschaft im Auswärtsspiel in Zug (20.30 Uhr, Bossard Arena) weiter. Bei einem Sieg wäre in Urdorf das Träumen von den Playoffs wieder erlaubt.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1