Eishockey
EHC Urdorf kann Fehlstart nicht korrigieren

Die «Stiere» fahren beim 3:4 gegen Seetal die zweite Niederlage der 3.-Liga-Saison ein.

Raphael Biermayr
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Das Tor des Abends war keines. Zumindest hätte es nicht zählen dürfen. In der 52.Minute spielte EHCU-Goalie Sandro Fischer bei eigener Überzahl einen Pass genau in die Schaufel von Michael Wyss. Der zog von der Mittellinie ab und erwischte den Keeper zwischen den Schonern. Fischer kniete zunächst schuldbewusst auf dem Eis. Dann riss er die Augen auf. Er hatte begriffen, was sich zugetragen hatte. Bei Wyss’ Schuss stand mindestens ein Seetaler in der Angriffszone. Ein glasklarer Sachverhalt: Abseits. Doch das war für
das Schiedsrichterduo Erhard Gick / Andreas Baumann offenkundig zu schnell gegangen. Sie gaben den Treffer zum 4:2.

Die Urdorfer Proteste fielen heftig aus. EHCU-Trainer Dani Hüni knallte in Mc-Sorley-Manier die Bandentür zu – das war zu viel für den sonst so besonnenen Coach (siehe Interview). Sein Team bog damit noch weiter auf die Verliererstrasse ein.Die Gäste präsentierten sich allerdings nicht nur verbal stark. Mit der Wut im Bauch setzten sie die letzten Kräfte frei. Adrian Casutt traf in der 54.Minute zum 4:3. Auch dieser Treffer war umstritten, reklamierte der überragende Seetal-Goalie Andreas Troxler doch eine Behinderung durch einen Gegenspieler. Wieder nur zwei Zeigerumdrehungen spä-
ter hatte Raphael Studer per Penalty die exklusive Möglichkeit zum Ausgleich. Er tanzte Troxler, aber auch sich selbst aus. Letzte Chance vorbei.

Schwacher Start

Trotz der Dramatik in der Schlussphase war die zweite Niederlage im elften Match das Resultat eines Fehlstarts. Nach 15 Minuten hiess es bereits 3:0 für die Gastgeber, welche die Limmattaler wie ein Wirbelwind zerzausten. «Das war zu erwarten», sagte Trainer Hüni später, «auf dem kleineren Eisfeld haben sie einen grossen Heimvorteil.» Das stimmt, doch war der Hauptgrund dafür der träge Auftritt seines Teams. Bei zwei Treffern standen die Gäste Spalier, während die Seetaler in der neutralen Zone Tempo holen und in ihr Drittel einfallen konnten. Die Trägheit schlug sich auch auf das Strafenkonto nieder, das im ersten Drittel 0:4 lautete.

Starke Rückkehr nach 0:3

Urdorf reagierte auf diesen Schock im Stile eines Leaders. Dank zweier herrlich herausgespielter Treffer von Colin Wiederkehr und Adrian Casutt hiess es nach rund 17Minuten 3:2. Während der restlichen Spielzeit hatten die Limmattaler mehr und die besseren Tormöglichkeiten. Doch Goalie Troxler und das Unvermögen hatten etwas gegen den Ausgleich einzuwenden. Und als der dritte Treffer doch noch fiel, war dieser nur noch die Antwort auf einen Fehlentscheid der Schiedsrichter.