Dazu braucht es Willen und Zusammenhalt. Daran sollte es gerade in Engstringen nicht mangeln, spielen doch drei Brüderpaare beim Limmattaler Klub.

Das unzertrennliche Trio

Wenn die Sprache auf internationale Top-Klubs kommt, verstehen sich Michael Isenring (26) und seine Brüder, die Zwillinge Egon und William (24), blind: Die mediale Einigkeit darüber, wer den besten Fussball der Welt spielt, mögen sie überhaupt nicht. Ihr momentanes Hass-Objekt ist demnach - wie könnte es anders sein - der FC Barcelona.

Auch sonst haben die Isenrings wenige Meinungsverschiedenheiten, weder auf dem Spielfeld noch ausserhalb. In Sachen Fussball wurden sie früher höchstens von ihrem Vater oder ihrem Grossvater, der Trainerlegende Willy Sommer, kritisiert. «Von aussen werden wir sehr ähnlich wahrgenommen», sagt Michael, der sich fussballerisch als «Allrounder» bezeichnet. «Doch wir unterscheiden uns in den wesentlichen Dingen.» So haben zwar alle Brüder ein Studium absolviert, aber in verschiedenen Fächern: Michael ist Geograph, Flügelspieler William Ökonom und Stürmer Egon studiert Medizin.

Fussball verbindet das Trio seit seiner Kindheit: Sie haben alle 1994 bei Engstringen angefangen - und würden auch heute noch zusammen kicken, wenn William nicht verletzt wäre. Ein zweiter gemeinsamer Nenner ist das Reisen. Gerade eben sind die Isenrings von einem dreiwöchigen Trip nach Japan zurück gekehrt. Ein unzertrennliches Trio - auf und neben dem Spielfeld.

Der Lausbub und der Ruhige

Sie könnten unterschiedlicher nicht sein, trotzdem bezeichnen sie sich als «ein Herz und eine Seele.» Dennis (22) und Janic (23) Schweitzer haben bei GC und dem SV Höngg angefangen Fussball zu spielen und haben dann zusammen nach Engstringen gewechselt. «Janic ist der ruhigere, gemütlichere von uns beiden. Ich war immer eher der Lausbub, der Rowdy, der Extrovertierte», sagt Dennis, der als Marketingplaner tätig ist.

Trotzdem verstehen sich die Brüder auf dem Feld einwandfrei. Kein Wunder, schiesslich stehen sie auch nicht in einem Konkurrenzverhältnis: Janic ist Torhüter, Dennis spielt in der Innenverteidigung. Trotz seines Temperaments bezeichnet sich Dennis als fairen Spieler: «In den letzten sechs Jahren habe ich nur eine gelbe Karte gekriegt.»

Fussball verbindet die unterschiedlichen Brüder - doch nicht nur das. «Wir sind nur ein Jahr auseinander und haben alle Lebensabschnitte miteinander durchgemacht, die Schule, die Lehre, das Reisen. Ausserdem wohnen wir zusammen in einer WG», so Janic, der Koch gelernt hat und nach abgeschlossener Hotelfachschule momentan im Service arbeitet.

Ein bisschen von Dennis' Draufgängertum steckt jedoch auch in ihm: Janics Traum ist es, nach Australien auszuwandern, während sein Bruder lieber in der Heimat bleiben möchte.

Jubeln oder nicht jubeln

Sie arbeiten zusammen, sind beide Väter und spielen seit ihrer Kindheit gemeinsam Fussball. Nur in Sachen Lieblingsklubs gehen die Meinungen von Dave (29) und José (31) Diaz weit auseinander. Stürmer José unterstützt Deportivo La Coruña, Dave mag Real Madrid.

Und genau dieser Unterschied gibt den Brüdern mit spanischen Wurzeln viel Stoff zum reden und streiten. «Fussball ist Emotion pur», sagt Dave, der im zentralen Mittelfeld spielt, «schon klar, ist man da nicht immer gleicher Meinung - auch auf dem Spielfeld nicht.»

Missverständnisse werden bei den Diaz' jeweils am «Tag danach» beim Arbeiten in der gemeinsamen Reinigungsfirma ausdiskutiert. Das kann schon mal ein bisschen dauern, denn die Brüder bezeichnen sich gegenseitig als stur und rechthaberisch.

Ansonsten scheinen sie charakterlich wenig gemein zu haben: Der langhaarige José ist introvertiert, ruhig und würde auch nach einem geschossenen Tor niemals jubeln, während Dave gesprächig ist, voll Energie steckt und gerne auch eine Runde schreiend um den Platz dreht, wenn er einen Treffer erzielt hat.
Auf die Frage, wer von den beiden mehr Talent hat, antwortet Dave Diaz ohne zögern: «Auf jeden Fall mein Bruder José. Schade, dass er nicht mehr daraus gemacht hat.»