Dass man als Fussballerin eine gute Ausdauer haben sollte, ist selbsterklärend. Wenn man bei Laufevents aber dem nationalen Leichtathletik-Nachwuchs davonrennt, ist das aussergewöhnlich. So geschehen bei der 16-jährigen Urdorferin Lara Alemanni. Bei ihr sah lange alles nach einer Fussball-Karriere aus. «Schon als ich klein war, wollte ich Fussballerin werden. Es war immer meine grösste Leidenschaft», erzählt Alemanni, die ihre sportliche Karriere mit Kunstturnen und Biken begann. Der FC Urdorf war ihre erste Haltestelle, bevor sie nach wenigen Saisons in die Frauenabteilung des FC Zürich wechselte. «Alles lief nach Plan. Ich spielte in einem guten Team und hatte unglaublich viel Spass daran», so die 16-Jährige.

Im Dezember 2011 nahm Alemanni am Zürcher Silvesterlauf teil und lief in ihrer Kategorie prompt auf den dritten Rang. «Ich war schon zu Hause, als mich eine Bekannte anrief und fragte, warum ich nicht bei der Siegerehrung sei», lacht die Urdorferin. Danach ging alles sehr schnell. Lara Alemannis heutige Trainerin wurde dank diesem Lauf auf sie aufmerksam und wollte sie für den Klub LAC TV Unterstrass gewinnen. Da Alemanni Spass am Rennen hatte, nahm sie von da an einmal wöchentlich am Lauftraining teil, nebenbei spielte sie noch immer dreimal pro Woche Fussball bei den FCZ-Frauen. Alemanni startete bei mehreren kleineren Läufen und siegte überraschenderweise bei sämtlichen. «Es war schon lustig, dass ich immer gewann. Obwohl ich ja noch hauptsächlich Fussball spielte», schmunzelt Alemanni, die ein grosser Fan des schwedischen Fussballers Zlatan Ibrahimovic ist.

Fussballerin gewinnt die Cross-SM

Bei ihrer ersten Teilnahme an der Cross-Schweizer-Meisterschaft im März 2012 gelang der damals 14-Jährigen über 3000m der grosse Coup – die Fussballerin liess die gesamte nationale Konkurrenz hinter sich und wurde Schweizer Meisterin. «Ich startete dort mit einem Ziel. Und das war nicht zu verlieren», sagt Alemanni heute. Dieses Doppelleben zwischen Fussball und Leichtathletik führte Alemanni etwas mehr als ein Jahr lang. Bis sie sich im Frühling des vergangenen Jahres bei der United School of Sports in Zürich vorstellte. Ihr wurde damals gesagt, sie solle sich auf die Leichtathletik konzentrieren, da man in ihr mehr Potenzial darin sah, als im Fussball. Alemanni hat mit den Verantwortlichen den Deal ausgehandelt, noch eine Saison spielen zu können, um danach voll auf Leichtathletik zu setzen.

«Die Entscheidung fiel mir natürlich nicht leicht. Aber ich habe mich im Herbst verletzt und konnte fast drei Monate nicht Fussball spielen. So ist es mir leichter gefallen, mich langsam, aber sicher an ein Leben ohne Fussball zu gewöhnen», begründet sie heute ihre Entscheidung, auf Leichtathletik zu setzen.

Den Podestplatz anvisiert

Morgen findet die Cross-SM auf der Allmend in Zürich statt, welche Alemanni vor zwei Jahren überraschend gewann. Einen Podestplatz will die Urdorferin sicher erreichen, insbesondere weil sie vor einem Jahr wegen einer Grippe aufgeben musste. Vielleicht reicht es gar für den erneuten Triumph.