Als der FC Dietikon am vergangenen Wochenende mit einem 3:0-Erfolg gegen Olten seine Misere von nur zwei Punkten aus vier Spielen beenden konnte, hatte Offensivallrounder Alfred einen grossen Anteil am Dietikoner Heimsieg. Der Nigerianer schoss Olten mit seinen beiden Toren innert zwei Minuten praktisch im Alleingang ab.

Und dies, obwohl er nach einer Muskelverhärtung noch immer nicht im Vollbesitz seiner Kräfte war. Trotzdem wurde er von Trainer Goran Ivelj in die Startelf beordert. «Alfred ist hier, um zu spielen. Wenn er fit ist und genügend Engagement an den Tag legt, ist er gesetzt», so Ivelj über Alfreds Rolle.

Alfred lief in seiner Karriere unter anderem schon für GC und Wohlen auf, zudem stellte er sein Können für ein halbes Jahr in Chinas höchster Spielklasse unter Beweis. Aber auch der Weltenbummler muss in der zweiten Liga inter immer hundert Prozent geben und darf sich nicht auf seinem Ruf als ehemaliger Profi ausruhen.

Für die Mannschaft ist der Englisch sprechende Nigerianer auf jeden Fall Gold wert. Denn der 33-Jährige nimmt in der Mannschaft neben dem Toreschiessen auch eine ganz andere, zentrale Rolle ein. Neben Captain Haziri ist er der einzige Spieler, der über 30 Jahre alt ist. Die beiden nehmen deshalb eine wichtige Vorbildfunktion im jungen Team ein.

Viele Veränderungen im Sommer

Sein Trainer Goran Ivelj, ebenfalls ehemaliger Profispieler, ist ein gefragter Mann. Der 37-Jährige hat diverse Aufgabenbereiche, unter anderem arbeitet er als Botschafter der Spielervereinigung SAFP, hauptberuflich waltet er als Trainer, sei es als Coach der U18-Auswahl des Team Aargau oder bei den Grasshoppers in der U12.

Im Vergleich zur letzten Saison hat es beim Fanionteam des FCD schwerwiegende Veränderungen gegeben. Einige Stammspieler, darunter die komplette Abwehr inklusive Torhüter sowie der Goalgetter, verliessen die Mannschaft. Im jetzigen Team befinden sich genau noch drei Stammspieler der vergangenen Saison. Als wäre dies nicht schon genug, wurde Dietikon von einer Verletzungsmisere heimgesucht. In der Saisonvorbereitung musste Ivelj während einigen Wochen mit sechs Spielern trainieren, bei Testspielen war er gezwungen, vom Gegner Spieler aufzubieten.

Nach einem guten Start in die Saison mit vier Siegen folgte der Zusammenbruch mit lediglich zwei Punkten aus vier Spielen. «Den Match gegen Olten als Turnaround zu bezeichnen, wäre falsch, da die Spiele zuvor meist nur durch unsere individuellen Eigenfehler verloren gingen.» Unter diesen Vorzeichen ist der bisherige Saisonverlauf zufriedenstellend. Rechnet man die verlorenen Punkte gegen Subingen, Dulliken und Lenzburg mit ein, würde Dietikon von der Tabellenspitze grüssen. So liegt der FCD nach zehn absolvierten Spielen auf dem vierten Tabellenrang, mit vier Punkten Rückstand auf den Tabellenführer Höngg.

Angesprochen auf den Wiederaufstieg in die erste Liga erklärt Ivelj: «Mittel- oder langfristig muss es sicher unser Ziel sein, wieder in der ersten Liga zu spielen. Wir schmeissen deshalb jedoch nicht mit Geld um uns, diese Mittel hätten wir auch gar nicht zur Verfügung. Der Wiederaufstieg ist vielmehr ein Wollen und kein Müssen.»

Dem zweifachen Vater ist sehr wichtig, dass der FC Dietikon auch ein sozialer Verein ist, der sich um die Disziplin und die Erziehung seiner Spieler kümmert und nicht alles dem Erfolg unterordnet. Der FCD ist mit über 400 Junioren ein Verein, dessen Augenmerk auf der Ausbildung junger Spieler liegt. Dies ist auch Iveljs Philosophie: Er will möglichst viele Junioren langsam an die erste Mannschaft heranführen. So erstaunt es nicht, dass im aktuellen Kader mehrere Spieler stehen, die zwischen 18 und 20 Jahren alt sind.

Keine optimale Vorbereitung

Auf den Match gegen Rothrist hat Ivelj sich wie immer eingehend vorbereitet, sei es durch das Beobachten eines Spiels des Gegners oder dem Austausch mit anderen Trainern. «Ich probiere, unser Spiel dem Gegner aufzuzwingen, sodass sie sich unserem Spiel anpassen müssen», sagt der schweiz-kroatische Doppelbürger.

Die Trainingsvorbereitung verlief nicht optimal, unter der Woche konnte Ivelj nie mit dem ganzen Kader trainieren. Trotzdem ist die Marschroute für die heutige Partie klar: «Wir wollen wie in den letzten beiden Spielen möglichst früh ein Tor erzielen und wieder zu null spielen, so wie wir es gegen Olten das erste Mal diese Saison taten».

Unterschätzt werden sollte Rothrist nicht, «denn wir spielen in einer ausgeglichenen Gruppe. Jedes Team hat das Potenzial, gegen jede Mannschaft zu siegen», warnt Ivelj.