2. Liga interregional

Dietikon verliert Spiel, sich selbst und seinen Star

Luigj Kallaba (rot) enteilt dem scheidenden Dietiker Marko Filipovic.

Luigj Kallaba (rot) enteilt dem scheidenden Dietiker Marko Filipovic.

Beim 1:3 gegenKosova in der 2. Liga interregional zog der FCD einen schwarzen Tag ein. Danach wurde bekannt: Mittelfeldregisseur Marko Filipovic geht bereits wieder – nach Birmensdorf.

Er war einen Moment lang untröstlich. Er hob die Hand und drehte seinen Körper nach allen Seiten, um Abbitte zu leisten. Ein Stossschrei noch, dann endete das Leiden mit dem Wiederanpfiff. Marko Filipovic, der als neue Star des FC Dietikon angepriesen worden war, hatte in der gestrigen Partie gegen Kosova einen folgenschweren Fehler begangen. Sein missglückter Rückpass in der 32. Minute nützte Zahir Idrizi zum 1:0. Dass die Verunsicherung auch vor einem Routinier wie Filipovic nicht Halt macht, zeigte wenig später ein Alibipass, den die Kosovaren zu einem gefährlichen Konter nutzten. «Nein, ich war nicht müde, es war einfach eine Katastrophe», sagte er nach dem Spiel auf Französisch zu seinem Gesprächspartner, der darauf entgegnete: «Also, dann regelst du heute die Angelegenheit.»

Missglückter Freistoss von Naim Haziri vom FC Dietikon

Missglückter Freistoss von Naim Haziri vom FC Dietikon

Bei dieser Angelegenheit handelt es sich um einen neuerlichen Vereinswechsel. Nach nur fünf Pflichtspielen für die Dietiker geht Filipovic nach Birmensdorf in die 3.Liga. Der Grund dafür ist der erwähnte Gesprächspartner, Birmensdorfs-Trainer Fabio Stiz. Er kann dem Mittelfeldregisseur nach eigener Aussage eine berufliche Perspektive ihm von ihm geführten Betrieb bieten. Es ist wohl das erste Mal, dass der kleine FCB dem grossen FCD einen Spieler abspenstig macht. Stiz habe Filipovic vorher nicht gekannt. Der Kontakt kam über Birmensdorfs Goalgetter Aleksandar Petrovic zustande, der ein Kumpel von Filipovic ist.

Dimita sieht nach Spielende Rot

Es war eine Meldung, die zu diesem missratenen Tag aus Dietiker Sicht passte. Denn sie verspielten die Chance auf den dritten Sieg im dritten Match kläglich. Mehr noch: Sie unterlagen klar. Und das trotz eines Mannes mehr auf dem Platz nach der roten Karte gegen den starken Torhüter Thomas Nguettia (54.). Dabei sah es zunächst gut aus: Ersatzmann Shemsedin Azizi lud Zivko Cajic mit einem Patzer förmlich zum Ausgleichstreffer ein (66.). Danach klappte aber nicht mehr allzu viel, die Qualität der Flanken war miserabel. Das ständige Anrennen zehrte offensichtlich an den Nerven. Als der starke Schiedsrichter André Röthlisberger eine Penaltyentscheidung nach Rücksprache mit seinem Assistenten zurücknahm (90.), verloren sich die Limmattaler. Das Gezeter endete mit einer roten Karte gegen Luca Dimita nach Spielschluss. Der Torjäger, der nicht zum ersten Mal durch verbale Unbeherrschtheit auffällt, wird wohl lange Zeit fehlen.

Die Gastgeber nutzten die Gunst der Stunde. Mit ihrem frenetischen Publikum im Rücken zeigten sie eine leidenschaftliche Schlussphase. Erneut Idrizi (87.) und Fisnik Sabedini (94.) erzielten die Tore zum 3:1-Erfolg. Nach dem Schlusspfiff war auch der unter Beobachtung stehende FCD-Torhüter Joao Ngongo untröstlich (siehe Ausgabe vom Samstag).
Zu Unrecht: Ihm konnte man diese Niederlage nicht anhaften. Wenigstens etwas.

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