«Wie oft haben wir solche Niederlagen in dieser Saison schon erlebt?», fragte Goran Ivelj und gab die Antwort gleich selbst: «Zu oft.» Der Trainer des FC Dietikon versuchte nach der Partie gegen Winterthur II gar nicht erst, seinen Frust über das 1:2 zu verbergen. «Wir haben in der Mitte unnötige Ballverluste», ärgerte er sich. «Und daraus resultieren dann zwei Gegentore.»

Tatsächlich waren beide Gegentore vom vergangenen Samstagabend unnötig. Sowohl beim 1:1 durch Del Toro als auch beim 1:2 durch Albiez liessen sich die Dietiker von den Winterthurern überrumpeln und waren defensiv nicht konsequent genug, als es darum ging, die Winterthurer Angriffe zu unterbinden. So kam Del Toro beim ersten Winterthurer Treffer im Dietiker Strafraum praktisch ungestört zum Abschluss. Und auch Stalder, der die Vorlage zum 1:2 lieferte, genoss bei seinem Pass zu Albiez relativ viel Freiraum.

Doch das Problem ist aus Iveljs Sicht nicht nur die Defensive: «Wir schiessen einfach viel zu wenig Tore.» Vor allem in der ersten Halbzeit liess seine Mannschaft einige gute Gelegenheiten aus. Allerdings hatte sie auch Glück, dass Krasniqi nach 20 Minuten mit seinem Distanzschuss nur die Latte traf. Trotzdem: Luca Senicanins herrliches Führungstor für die Dietiker nach einer halben Stunde war verdient, auch weil Neto zuvor gleich zweimal die Führung auf dem Fuss gehabt hatte, aber an Winterthurs Torhüter Minder gescheitert war.  Dietikon war in der ersten Halbzeit insgesamt engagierter und liess die Gäste nicht ins Spiel kommen. «Wir haben eine gute erste Hälfte gezeigt», lobte Ivelj.

Im zweiten Durchgang wurde Winterthur jedoch stärker. Die Gäste waren nun sichtlich darum bemüht, das Geschehen auf dem Platz zu bestimmen. Dietikon sah sich zusehends in die Defensive gedrängt. Der 1:1-Ausgleich entsprach den Spielanteilen. Doch Dietikon versuchte, dagegenzuhalten. Kurz darauf kam es zu einem offenen Schlagabtausch: Erst scheiterte Albiez, dann auf der Gegenseite Neto.

Und selbst nach dem zweiten Gegentor hatten die Limmattaler alle Chancen, die Partie noch zu drehen. Erst scheiterte Torschütze Senicanin, dessen Schuss geblockt wurde. Und dann konnte der eingewechselte Marjanovic ganz allein auf Torhüter Minder zulaufen, diesen sogar umspielen – doch er liess sich zu weit abdrängen, sodass der Winkel für einen Torschuss zu spitz wurde.

Marjanovic sorgte auch noch später für ein Raunen bei den Zuschauern, als er zehn Minuten vor Schluss im gegnerischen Strafraum zu Fall kam. Die Zuschauer forderten einen Strafstoss, doch der Schiedsrichter liess weiterspielen. Das brachte Goran Ivelj an der Seitenlinie derart in Rage, dass der Schiedsrichter ihn zurechtwies. «Aus meiner Sicht war das ein Penalty», meinte Ivelj. «Doch wir haben heute nicht wegen des Schiedsrichters verloren.»

Dietikon hat nun seit vier Spielen nicht mehr gewonnen und ist unter den Strich gerutscht. Für Ivelj ist die Tabelle aber sekundär. «Wir müssen schauen, dass wir unsere Punkte machen», sagte er. Am besten schon am nächsten Samstag auswärts gegen United Zürich.

Das Telegramm

Dietikon – Winterthur II 1:2 (1:0). –

Dornau. – 220 Zuschauer. – SR Musa. – Tore: 30. Senicanin 1:0. 55. Del Toro 1:1. 64. Albiez 1:2. – Dietikon: Baumgartner; Geri, Todzi, Eba Eba, Herlea; Candreia (65. Lienhard), Jelec, Miljkovic, Senicanin; Neto; Pezzullo (65. Marjanovic). – Winterthur II: Minder; Calbucci, Roth, Rinaldi, Reynoso Reyes; Stalder, Lanza, Tanzillo Ortiz (84. Mesonero), Del Toro (90+1 Crisafulli); Albiez (73. Chipra Olog), Krasniqi. – Bermerkung: 19. Lattenschuss Krasniqi.

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