FC Dietikon
Dietikon verliert die Tabellenführung – Trainer Ivelj verlängert den Vertrag

Die Limmattaler darben weiter. Das 2:3 gegen Thalwil ist die dritte Niederlage in den vergangenen vier Matches. Bis zur Pause spielte das Team von Trainer Goran Ivelj stark auf, danach offenbarte sich das zerbrechliche Selbstvertrauen.

Raphael Biermayr
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Dietikon-Torhüter Joao Ngongo (links) und Cyrill Thrier sind geschlagen.

Dietikon-Torhüter Joao Ngongo (links) und Cyrill Thrier sind geschlagen.

Raphael Biermayr

Die Dietiker starteten mit erstaunlich viel Überzeugung in die Partie. Sie machten die mangelnden Automatismen durch Einsatz wett – und sandten positive Zeichen aus. Das erste war der Jubel von Luca Dimita nach seinem Weltklassetor zum 1:0.

Sein Treffer aus dem Stand aus 30 Metern ins Lattenkreuz brachte den Frust er letzten Wochen zum Bröckeln. Der Interimscaptain schrie ihn heraus und machte sich gleich auf zur Bank, um Trainer Goran Ivelj zu herzen.

Ein vieldeutig interpretierbarer Akt im Wissen um den Hintergrund: Ivelj brütete noch über dem neuen Vertrag, den er vom Verein erhalten hat. Wenige Stunden nach dem Spiel kündigte Sportchef Pietro Iellamo an, dass Ivelj für ein weiteres Jahr unterschrieben hat.

Für das nächste positive Zeichen war Durim Ibrahimi besorgt. Er hatte zu Beginn der Rückrunde wie kein Zweiter den unbesiegbaren FCD verkörpert und hatte in der Schwächephase keinen Einfluss mehr auf das Dietiker Spiel. Gestern nun die Wiederkehr als Torschütze: Nach einem weiten Abschlag zog der von Ivelj Meistgescholtene alleine auf Manuel Gasser zu und vollendete cool.

Die 2:0-Führung zur Pause versprach Ruhe. Es sollte ein leeres Versprechen sein. Denn mit Wiederanpfiff setzte die Zeichenwende ein. Plötzlich brachen Verunsicherung und Angstlähmung aus. Die zuvor harmlosen Seebuben glichen binnen sechs Minuten aus. Das war zu viel für das zerbrechliche Selbstvertrauen der Dietiker.

Sie sollten keine einzige gefährliche Aktion mehr zustande bringen, kamen immer einen Schritt zu spät. Anders die Thalwiler, die ihre Chance witterten, mitten ins Aufstiegsrennen zurückzukehren: Nach einem weiteren harmlosen Angriff der Dietiker überbrückten die Gäste das Mittelfeld mühelos, Philipp Reiffer flankte zur Mitte, wo Alessio D'Angelo zum 2:3 einköpfelte.

Weil Langenthal seiner Favoritenrolle gegen Schöftland gerecht wurde (3:1), ist Dietikon nicht mehr an der Tabellenspitze, sondern mit zwei Punkten Rückstand hinter den Bernern zurück.