Handball
Dietikon-Urdorf: Mit geschlossener Leistung zum Kantersieg

Willisau war am letzten Wochenende eigentlich das Zentrum der Aerobic Schweizermeisterschaft. Neben dem Grossanlass der Turner fand aber auch, und nicht weniger wichtig, ein im Nachhinein sehr wichtiges Meisterschaftsspiel des HCDU statt.

Merken
Drucken
Teilen
Gegen Willisau gabs einen Kantersieg für den HCDU.

Gegen Willisau gabs einen Kantersieg für den HCDU.

Keystone

Das F1 zu Gast beim drittplatzierten Willisau war für die Limmattaler eine Art Standortbestimmung. Speziell nach dem starken Spiel in Basel, wo man das erste Mal über eine längere Zeit die Leistung Abrufen konnte, wozu das Team fähig ist, wollte man den Schwung mitnehmen und zeigen, dass es sich beim letzten Auftritt nicht um eine Eintagsfliege handelte.
Dass das Spiel gegen die Willisauer kein einfaches Unterfangen wird, konnte nur schon von der Tabellensituation entnommen werden. Der HCDU immer noch hinten auf Rang 11 und Willisau ganz stark auf dem dritten Platz war eigentlich eine klare Einteilung. So war es auch nicht verwunderlich, dass im Matchblatt von Willisau sowie vom Speaker nichts anderes als ein Pflichtsieg für Willisau erwartet wurde.

Die Willisauer auf dem falschen Fuss erwischt
Das Spiel begann ca. eine Stunde später, was beiden Teams noch einmal die Gelegenheit gab sich mental auf das Spiel vorzubereiten, was den Limmattalern offensichtlich besser gelang. Mit dem Anpfiff und dem Motto „auf Los geht’s Los“ startete der HCDU furios ins Spiel und überrannte in den ersten Minuten, die wohl etwas überraschten Willisauer. Innerhalb kurzer Zeit lag man mit 4 Toren in Front und hatte das Spiel unter Kontrolle. Speziell die bislang getadelte Verteidigung war von Beginn an bärenstark. Nach dem sich der Gegner vom Shock erholt hatte war das Spiel für kurze Zeit ausgeglichen und Willisau konnte den Spielstand sogar ausgleichen.

Man hätte meinen können, dass sich die Tabellenplatzierung jetzt auch auf dem Spielfeld zeigt und das Spiel den propagierten Lauf nimmt - Weit gefehlt, denn neben der Defense, wo der HCDU auf jeder Position überlegen war, immer gemeinsam einen Angriff unterbinden konnte und am Ende auf Svenja im Tor zählen konnte, wurde das gewonnen Selbstvertrauen in den Angriff mitgenommen und richtig Handball gespielt.

Der Drache ist erwacht
Unter der Regie von Odermatt und Rappo wurde im Angriff das gespielt, was im Training viel geübt worden ist, aber auf dem Platz bis anhin noch nicht zu sehen war. Die Pässe, das Timing und auch der Abschluss waren wie aus einem Guss. Auf den Halbpositionen fand vor allem Drack zu ihrer in sich schlummernden Spielstärke und zeigte zu was sie an einem normalen Tag Fähig ist. Nebenan auf der rechten Seite wirbelte Kijewski, zwar etwas ungewohnt aber kompromisslos auf der rechten Seite, ergänzte sich aber perfekt mit Manu Strebel und zeigte, dass sie auch in neuen Situationen ihr Spiel durchziehen kann. Der Drache ist erwacht und aus einer immer stärker werdenden Verteidigung, daraus resultierenden Gegenstösse und einem fehlerlosen Angriff konnte zur Pause ein zu Beginn unerwarteten, aber dem Spielverlauf entsprechenden, Vorsprung von 6:12 aus Sicht des Gegners verzeichnet werden.

60 perfekte Minuten
Die grosse Kunst für die zweite Halbzeit war es die Leistung aufrecht zu erhalten, was einzig die mentale Stärke des Teams forderte, da spielerisch im Moment alles klappt, aber keineswegs eine einfache Aufgabe war. Dies auch, da Willisau ebenfalls voll motiviert aus der Kabine kam mit dem Ziel das Spiel zu drehen und so die Hierarchie wieder herzustellen. In den ersten fünf bis zehn Minuten waren die Teams wieder auf Augenhöhe, der Vorsprung konnte jedoch gehalten werden und auch die Mannschaftsleistung war wie in der ersten Halbzeit Top und man war zu keiner Zeit in Gefahr einzubrechen. Für den Zuschauer war es wohl verkehrte Welt und man wunderte sich, was unser F1 so weit hinten in der Tabelle zu suchen hat?

Nach einer Viertelstunde nahm Willisau ein Time out und Zatti schaute mal wieder auf den Spielstand und traute seinen Augen kaum, 10:20 in Front und das bei einer nach oben zeigenden Formkurve. Und so kam was kommen musste, die Damen aus dem Limmattal kamen zu Kür und powerten auch die letzten 15 Minuten durch und spielten sich den Frust der ersten Spiele vom Leibe. Rückblickend hatte man das gesamte Spiel durch keine Schwächephase erkennen und im Kollektiv den Sieg sicherstellen können, wobei die Höhe des Resultats mit 16:32 etwas hoch, aber sicher verdient ist.

Dieser Sieg war ein Befreiungsschlag und zeigt, dass die im Schnitt 10 Jahre mehr Erfahrung sehr wohl einen Unterschied machen können. Da diese starke Leistung nun schon seit drei Spielen andauert und in diesem Fall gar ohne Schwächephase, gibt das eine zusätzliche Motivation für das kommende Spiel gegen den unangefochtenen Leader Leimental. Kann dort eine ähnlich gute Leistung abgerufen werden, liegt sogar eine Überraschung drin.