Mit hängenden Köpfen mussten die Hausherren den Gästen aus dem Limmattal gratulieren. Verantwortlich für die Niederlage waren wohl die Schiedsrichter. Dass Dietikon-Urdorf den Sieg mehr wollte, davon war nicht die Rede. Aber das ist bekannterweise Ansichtssache.

Spiele unter der Woche sind nicht sonderlich beliebt, das ist allseits bekannt. Dennoch gilt es diese auszutragen und das Bestmögliche daraus zu machen. Dietikon-Urdorf setzte alles daran. Von Beginn an schien man bereit, für den Sieg alles zu geben. Die letzte, hohe Niederlage in der Innerschweiz (33:15 ging das Spiel im November 2016 aus) wollte man vergessen machen.

Spannende und harte Partie

Und der Start gelang. Gleich mit 3:0 ging der HCDU in Front, Einsiedeln startete seinen Motor aber schon noch. Beim Stand von 4:6 sah sich Einsiedeln-Coach Christoph Bingisser gezwungen, seine erste Auszeit zu nehmen. Seine Mannen bekamen gehörig was auf die Ohren, doch helfen wollte es nichts. In der Deckung waren die Gastgeber mehr als einmal zu spät dran oder trafen die Rückraumspieler Daniel Imhof und Philipp Wüthrich im Gesicht. Die beiden Routiniers steckten ziemlich viel ein. Die Einsiedler hatten Glück, dass sie nicht mehr Strafen fingen.

Das Spiel war zu jedem Zeitpunkt spannend. Das zeigte auch das Resultat. In der ersten Halbzeit konnte sich Dietikon-Urdorf nie weiter als mit drei Toren absetzen, Einsiedeln kam aber auch nicht näher ran als bis auf ein Tor. Dass sich das Heimteam mehr vorgenommen hatte, als ihm dann gelang, schlug Bingisser und Spielertrainer Betschart ordentlich auf den Magen. Mitte der ersten Halbzeit gab es die erste Verwarnung gegen die Bank. Ruhe kehrte aber auch danach nicht ein.

Vorobjovas fliegt mit der blauen Karte vom Feld

Aufseiten von Dietikon-Urdorf war man sich bewusst, dass die zweite eine ganz schwere Halbzeit werden würde. Einsiedeln kam geladen aus der Kabine und versuchte mit aller Kraft, wieder ins Spiel zu finden. Nach kurzer Zeit schon konnte Edvinas Vorobjovas ausgleichen, 14:14 hiess es. Die Wende? Dank Toren von Burla, Wüthrich und Biffiger gingen die Gäste immer wieder in Führung. Letzterer traf per Siebenmeter zum 16:17. Im nächsten Angriff ereignete sich eine der spielentscheidenden Szenen.

Vorobjovas suchte vom Flügel den Abschluss, verfehlte und erwartete einen Penaltypfiff. Er raffte sich auf, fluchte und rannte zurück. Der Unparteiische zögerte keine Sekunde, unterbrach die Partie und schickte den jungen Litauer mit der blauen Karte vom Feld. Empörung auf der Einsiedler Bank und im Publikum. Vorobjovas könne ja gar kein Deutsch wurde moniert. Doch das interessierte das Gespann Grünig/Nauer höchstens marginal.

Entscheidung nach Kopftreffer

Die Einsiedler agierten also zwei Minuten in Unterzahl. Während dieser hätten sie zum Ausgleich kommen können. Doch Skirmantas Pleta scheiterte an Alessandro Crippa, der sich mit dieser Parade nach einem Zwischentief zurück in die Partie brachte.

Das Auswärtsteam schoss daraufhin zwei Tore in Folge und lag mit 17:20 in Front. Das Spiel war aber bei Weitem noch nicht gelaufen. Das Aufbäumen des HCE begann. Und misslang! Die Dietiker Offensivabteilung zog einen starken Abend ein, im Gegensatz zur Einsiedler Defensive. Tor um Tor gelang, sodass es sechs Minuten vor Schluss 20:24 stand. Einsiedeln hatte noch einmal die Chance, auf drei Tore heranzukommen. Pleta übernahm die Verantwortung, schlänzte und traf Crippa mitten im Gesicht. Der Ball blieb in den Händen der Gäste und somit durfte erstmals mit dem Sieg geliebäugelt werden.

Parforceleistung und neues Selbstvertrauen

Auch die offensive Manndeckung brachte nichts mehr ein. Denn Daniel Burla lief seine Gegenspieler - welcher sich ihm auch in den Weg stellte - in Grund und Boden. Der einzige Mangel war zum Schluss die Chancenauswertung. Theo Ulrich konnte sich noch einige Male auszeichnen, aber es reichte nicht mehr.

Der Sieg ist ein weiterer Beweis, dass der HC Dietikon-Urdorf zu neuem Selbstvertrauen gekommen ist. Dies ist sicherlich ein Verdienst von Philipp Wüthrich und Daniel Imhof. Aber es war auch eine riesengrosse Willensleistung an diesem Mittwochabend. Es war unwahrscheinlich, was Oliver Anderegg am Kreis sowie Imhof und Wüthrich im Rückraum von den Verteidigern der Einsiedlern einstecken mussten. Dennoch bewahrte man ruhig Blut und holte sich einen verdienten Sieg.

Nun hat die Sedlacek-Truppe 7 Punkte auf dem Konto. Am nächsten Dienstag kann mit einem Sieg gegen den SC Volketswil die Barrage gesichert werden. Dieses Spiel wird nach den nun freien Ostertagen stattfinden. Es bleibt zu hoffen, dass der HCDU sein Feuer bis dahin brennen lässt.

HCDU mit: Crippa; Anderegg (3), F. Biffiger (8/7), Brandt, Burla (3), Imhof (9), Marusak, Röthlisberger, Wüthrich (4). Agarkov, Lohner, Malic, Reymond und Schoenholzer nicht eingesetzt.