Handball
Dietikon-Urdorf besteht Charaktertest gegen Frauenfeld

Die Handballer von Dietikon-Urdorf bezwingen Frauenfeld nach anderthalb Jahren wieder – 20:19 in der 1. Liga.

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Tarek Grendelmeier (in Blau) ist beim Sieg gegen Frauenfeld eine der herausragenden Figuren aufseiten der Limmattaler

Tarek Grendelmeier (in Blau) ist beim Sieg gegen Frauenfeld eine der herausragenden Figuren aufseiten der Limmattaler

Limmattaler Zeitung

«Wir haben das Frauenfeld-Syndrom besiegt.» HCDU-Trainer Stefan Konkol war gelöst nach dem Sieg gestern. Er schwitzte gar mehr als mancher seiner Spieler. «Das Resultat ist der Grund für die Hitze in mir», sagte Konkol lächelnd. Nach der 15:24-Pleite zum Start gegen Uster vor zwei Wochen war die Partie gegen Frauenfeld schon an sich eine Probe für die Limmattaler. Dank der Vorgeschichte war es sogar ein veritabler Charaktertest.

Die Ostschweizer verkörperten in der vergangenen Spielzeit geradezu die Unzulänglichkeiten des HCDU. Die Resultate von 16:21 und 17:23 sprechen Bände. Was davon blieb, war die geringe Anzahl an Treffern. In der zweiten Halbzeit fielen nur gerade deren 15. «Wir haben konsequente Deckungsarbeit geleistet», freute sich Konkol. Zu Recht. Denn den Gastgeber gelang es - vor der erneut traurigen Kulisse von nicht einmal 50 Zuschauern -, den Frauenfelder Spielmacher Edin Hasanovic oft zu neutralisieren respektive seinen Radius früh einzuschränken.

Imhofs starker Auftritt

Vor allem Tarek Grendelmeier zeichnete sich hierbei aus. Er war es auch, der in den heiklen Phasen den Stars des HCDU den Rücken freihielt, als diese durchatmen mussten. Das galt insbesondere für Daniel Imhof, dessen ferienbedingte Absenz im Startmatch schwerwiegende Folgen hatte. Wie wichtig er ist, verdeutlicht Folgendes: Imhof stand gestern während fast 50 Minuten auf dem Feld, ehe er nach deutlichen Konzentrationsmängeln - beispielsweise ein daneben geschossener Siebenmeter - auf die Bank beordert wurde.

Er war die Figur der ersten Halbzeit gewesen, als er 7 der 13 Treffer des HCDU erzielt hatte. Nach dem Seitenwechsel trat er vor allem in der Deckung in Erscheinung. Dort überzeugte auch der zweite wichtige Rückkehrer, Philipp Wallisch, dem offensiv jedoch wenig gelang.

Daniel Imhof war nach seiner Pause für den Höhepunkt der Partie zuständig: Bei einem Frauenfelder Gegenstoss in der letzten Minute spurtete er zurück - und schnappte den beiden verdutzten Angreifern den Ball weg. Als die Gäste wenig später einen Gegenstoss mit einem Fehlpass abschlossen, stand der Sieger fest. Trainer Konkol hob die Einsatzfreudigkeit von Imhof hervor, bedachte aber auch Torwart Josip Katicic mit Lob: «Als es darauf ankam, war auf ihn Verlass.» Der Angesprochene selbst meinte: «Nach der Niederlage (gegen Uster, Anm. d. Red.) fiel die Kritik hart aus. Heute haben wir bewiesen, dass wir es draufhaben.»