Es gehörte zur Dramaturgie des hitzigen Gefechts zwischen Dietikon und Dulliken, dass auch das Siegtor von Fabio Capone höchst umstritten war. Genau genommen war es nicht der Treffer des Italieners, welcher bei den aufstrebenden Gästen aus dem Kanton Solothurn das Blut in Wallung brachte. Es war die Szene unmittelbar zuvor.

Dulliken hatte Ballbesitz, wollte einmal mehr mit einem langen Zuspiel in den Anspielkreis seinen Mittelstürmer Hazir Zenuni lancieren. Dieser war nur vier Minuten zuvor für den nicht unverdienten Ausgleich verantwortlich gewesen.

Diesmal fiel Zenuni nach einem Rencontre mit einem Limmattaler hin, blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Doch Schiedsrichter Eisenring pfiff nicht. Während die Gäste mit dem Schicksal haderten, konterte Dietikon blitzschnell und nach einer Flanke von Captain Senicanin drosch Capone den Ball mit etwas Glück aus knapp zehn Metern unter die Latte.

Spielmacher Paiva fällt früh aus

Während sich die Dietiker in dieser Szene nicht über einen Foulentscheid gegen sich hätten beschweren dürfen, waren sie bei einem anderen Schauplatz die Fluchenden. Primär ihr portugiesischer Mittelfeldstar Joao Paiva, der nach gut 20 Minuten bei einem Abschlussversuch getroffen wurde, zuerst mit dem Unparteiischen schimpfend minutenlang liegen blieb, danach weitere 10 Minuten humpelnd mittat, um sich erneut und diesmal endgültig hinzulegen und geschlagen zu geben.

So musste Dietikons Trainer Goran Ivelj nach dem frühen Ausfall von Alija Goljica (Prellung im Oberschenkel) bereits zum zweiten Mal unplanmässig auswechseln und sein Team erneut umstellen. Die Positionswechsel raubten den Gastgebern etwas die Linie, die sie nach verhaltenem Start, aber schneller Führung durch einen von Durovic abgefälschten Miljkovic-Freistoss (8.) gefunden hatten.

90 Minuten Dauerregen und mehrere Scharmützel auf dem Feld trugen dazu bei, dass dem Spiel über weite Phasen der Rhythmus fehlte. Umso wichtiger war es, die Ruhe zu bewahren. Sei es für Trainer Ivelj, den sein Dulliker Gegenüber Herbert Fischer immer wieder in Diskussionen an der Seitenlinie verwickelte.

Doppelte Verwarnung wegen Beleidigung

Aber auch für die Spieler auf dem Feld. Kurz vor der Pause schien diese den Platzherren ziemlich abhanden zu kommen. Bei einem Eckball der Gäste fiel Dullikens Captain Nils Wernli laut schreiend und ziemlich theatralisch hin. Schiedsrichter Eisenring, der angesichts der schwierigen Platzverhältnisse eine etwas gar grosszügige Linie fuhr, konnte keine Tätlichkeit erkennen, verwarnte aber in Folge gleich zwei Dietiker wegen Beleidigung. Sie hatten das Opfer – oder je nach Standpunkt den Simulanten – verbal angegangen.

„Der Trainer hat uns in der Pause beruhigt und wir nahmen uns vor, uns nicht weiter provozieren zu lassen“, sagte der lauffreudige Flavio Vecchié, der nach dem Ausfall von Paiva das Spiel des FCD im Mittelfeld zusammenhielt. Dieses Ziel wurde erreicht und war vielleicht machtentscheidend. In der zweiten Halbzeit blieben es vorwiegend die Dulliker, welche die Hände verwarfen. „Für uns zählten nur die drei Punkte. Ich bin glücklich, konnten wir unsere starke Serie in diesem Frühling fortsetzen“, bilanzierte Vecchié. Wenn auch diesmal mit einem Arbeitssieg und keiner Gala wie zuletzt gegen NK Pajde.            

Dietikon – Dulliken 2:1 (1:0)

Dornau. – 180 Zuschauer. – SR Benjamin Eisenring. – Tore: 8. Durovic 1:0. 61. Zenuni 1:1. 65. Capone 2:1.

Dietikon: Pribanovic; Goljica (20. Capone), Ribeiro, Miljkovic, Moreno; Vecchié, Jelec; Norelli, Paiva (37. Brahimi; 87. Jasari), Senicanin; Durovic.

Dulliken: Ovidio; Nedzipi, Hubeli, Fehlmann, Rico Schönenberger; Silva (84. Corti), Sven Schönenberger (74. Husi), Carubia; Wernli, Hasani (62. Furkan); Zenuni.

Bemerkungen: Dietikon ohne Haziri (gesperrt), Barbosa und Cajic (beide abwesend). Verwarnungen: 44. Durovic (Foul), 45. Ribeiro (Beleidigung), 45. Vecchié (Beleidigung), 70. Miljkovic (Ballwegschlagen), 77. Norelli (Spielverzögerung), 79. Husi (Foul), 83. Wernli (Ballwegschlagen).