Irgendwann fühlt sich Thomi Roth verpflichtet, zu sagen: «Aber wenn wir es dieses Jahr nicht schaffen, geht keine Welt unter.» Gemeint ist der Aufstieg des von Roth präsidierten FC Dietikon in die 1. Liga Classic. Nachdem das Fanionteam in der vergangenen Spielzeit auf der Zielgeraden gescheitert ist, liegt es gegenwärtig wiederum gut im Rennen. Der 2:0-Erfolg im Spitzenspiel gegen Verfolger Seefeld lässt den Vorsprung auf sieben Zähler anwachsen. Auf dem Platz und in der Tabelle herrscht eine ähnliche Situation wie vor einem Jahr.

Neben dem Platz hingegen präsentiert sich die Ausgangslage unterschiedlich. «Der Speckgürtel ist da», sagt Präsident Roth im Gespräch über den Stand der Dinge. Mit dem Speckgürtel sind die grösseren finanziellen Mittel gemeint. Im Falle eines Aufstiegs rechnet der Verein mit Mehraufwendungen im Bereich von 30 000 bis 40 000 Franken, je nachdem, wohin die Auswärtsreisen führen. Vor Jahresfrist liess Thomi Roth durchblicken, dass man eigentlich noch nicht so weit sei, ein solches Unternehmen zu stemmen. Für den Fall einer Promotion hätte man aber Lösungen gefunden.

Neue Gönnerform

Mittlerweile ist man vorbereitet. Ab der kommenden Saison wird ein neuer Hauptsponsor einsteigen. Ausserdem weitet der Verein gemäss Roth sein Supportprogramm aus. Zum bestehenden «FCD 2000», dessen Beiträge – in der vergangenen Rechnung 34 000 Franken – sowohl an die erste Mannschaft als auch an die Junioren gingen, kommt der «FCD 2000 plus». Dessen Beiträge sollen einzig den Aufwendungen rund um das Fanionteam in der höheren Spielklasse zugeführt werden und so das Vereinsbudget nicht belasten, erklärt der Banker.

Spätestens bei der Zugehörigkeit zur 1. Liga Classic dürfte auch das Thema «Prämien» von Neuem aufkochen. Gerade vor dem Hintergrund, dass in Dietikon bei weitem nicht alle Akteure in den Genuss von Punkteprämien kommen. «Wir streben eine breitere Verteilung an», blickt Thomi Roth voraus. Das heisst: Mehr Spieler sollen künftig eine leistungsbezogene Entschädigung erhalten.

Vertragsverlängerung mit Trainer

Ein Zeichen für die Zukunft setzte der Vorstand auch in der Vertragsverlängerung mit Trainer Goran Ivelj um zwei Jahre sowie dem gesamten Staff um ein Jahr. Der Präsident sei von Mitgliederseite mit dem Wunsch konfrontiert worden, eine schnellere Einigung anzustreben als in der Vorsaison. Damals waren die sich lang hinziehenden Verhandlungen ein weiteres kleines Störfeuer im Aufstiegsrennen. Roth bestätigt, dass Ivelj zu denselben Konditionen wie bislang seinen Vertrag verlängert hat. Im Falle der Promotion werde nicht nachverhandelt. Der Kontrakt beinhaltet eine Ausstiegsklausel, die ab der Challenge League greift.

Die Planungen für die 1.-Liga-Zugehörigkeit laufen also auf Hochtouren – aber eben: Der Präsident bemüht sich, keinen Druck auf die Mannschaft auszuüben. Seine Freude über die Erfolge verbirgt er selbstredend nicht. Zuletzt auf der Lengg in Seefeld war er in der Schlussphase nah bei der Spielerbank, um nach dem Schlusspfiff als Erster gratulieren zu können. Der 47-jährige Veteranenspieler ist emotional nah beim Team. Als er vor fast genau sechs Jahren zum Präsidenten des grössten Limmattaler Sportvereins gewählt wurde, führte er seine Aufgabe als Coach (Assistenztrainer) des Fanionteams noch bis zum Saisonende fort.

Intensives Jahr für Roth

Sechs Jahre sind seither verstrichen. Sechs ereignisreiche Jahre für Roth und den FCD. Die Jubiläumsfeierlichkeiten zum 100. Geburtstag und die Errichtung des neuen Hauptplatzes fielen in diese Zeit. Gerade das vergangene Vereinsjahr war für den Vereinsobersten besonders anstrengend. Nach der Demission von Rolf Winiger als Juniorenobmann übte Roth dieses Amt nebenher aus. «Ich konnte nur reagieren statt agieren, das macht keine Freude», sagte er an der Generalversammlung in der vergangenen Woche. Der Spass ist spätestens mit dem Rückrundenstart in der 2. Liga interregional zurückgekehrt.