Faustball

Dietikon suchte gegen Schlieren vergeblich nach der Schleuder

Limmattaler Derby im Frauen-Fausball: Schlieren schlägt Dietikon

Limmattaler Derby im Frauen-Fausball: Schlieren schlägt Dietikon

Im ungleichen NLA-Derby behielt Schweizer Meister Schlieren gegen die Aufsteigerinnen klar die Oberhand.Underdog Dietikon hatte gegen Riese Schlieren keine Chance und verlor glatt in drei Sätzen.

In der Bibel besiegt David im ungleichen Duell den höher dotierten Goliath dank List und Steinschleuder. Im Frauen-Faustball suchte Underdog Dietikon gegen Riese Schlieren vergeblich nach einer solchen Waffe. In drei einseitigen Sätzen gewann der Meister zum Auftakt der Hallensaison das allererste Limmattaler NLA-Derby seit dem alten Testament gegen den Aufsteiger diskussionslos. Schlierens «Faustball-Göttin» Simone Estermann konnte es sich sogar leisten, die Partie vorwiegend coachend an der Seitenlinie zu verbringen. Lediglich zwölf Punkte gewannen die überforderten, aber keinesfalls lustlos spielenden Nachbarinnen.

Schlierens Niederlage gegen Jona

Trotz des klaren Verdikts durfte der Meister nicht von einem Traumstart sprechen. Im ersten Aufeinandertreffen zweier Titelaspiranten gegen Gastgeber Jona unterlagen die Schlieremerinnen selber ähnlich deutlich in drei Sätzen. Simone Estermann wollte diese Schlappe nicht dramatisieren: «Jona spielte sehr gut und die Partie war enger als es das Resultat vermuten lässt.» Die 30-Jährige prognostiziert eine spannende Saison mit mindestens vier Meisterkandidaten.

Der Ball der Debütantinnen

Zurück zur Derby-Premiere. Schlieren gegen Dietikon war auch das Duell der beiden Nesthäkchen Friederike Wilke und Vanessa Gfeller. Beide Youngsters erlebten ihre NLA-Feuertaufe in der Halle, wobei es mehr als einmal zum direkten Duell zwischen Gfeller, Dietikons 20-jähriger Anschlägerin und Wilke, Schlierens 17-jähriger Abnehmerin an der Grundlinie, kam. Auch das Direktduell ging klar an die Schlieremerin, welche trotz mangelnder Erfahrung stark verteidigte und während der gesamten Partie fehlerlos blieb. Friederike Wilke, die bereits seit ihrem elften Lebensjahr für den FBS Schlieren den Bällen hinterher hechtet, fand das Derby auch ohne sportliche Spannung «schon noch lässig, denn schliesslich kennt man einander ja auch neben dem Spielfeld». Sie selber will sich im Verlauf der Saison weiter steigern. «Obwohl ich im Team sehr gut integriert bin, muss ich meine Rolle auf dem Spielfeld noch finden und mir auch noch mehr zutrauen.»

Ein bisschen Spass muss sein

Vanessa Gfeller gab sich nach den drei Niederlagen ohne Satzgewinn nicht sehr gesprächig. Ob der Auslöser Scheu, Frust oder Lustlosigkeit war, bleibt ihr Geheimnis. Die ersten Erfahrungen auf höchstem Niveau empfand sie als «spannende Sache» und für die Oerlikonerin war klar, «dass wir noch viel lernen müssen». Zwar liessen sich die Dietikonerinnen von den gegnerischen Teams die Bälle um die Ohren schlagen, nicht aber den Spass verderben. Immer wieder sah man im Derby Spielerinnen, die selbst über eigene, verunglückte Rettungsversuche schmunzeln konnten. So wird es mit dem ersten Satzgewinn bald klappen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1