1. Liga Fussball
Dietikon nach 2:5-Klatsche gegen Wettswil-Bonstetten in der Krise

Der FC Dietikon schlittert nach der 2:5-Niederlage gegen Kantonsrivale Wettswil-Bonstetten in eine Krise und liegt nur noch einen Platz über dem Strich.

Nicola Imfeld
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Trainer Goran Ivelj gestikuliert an der Seitenlinie.

Trainer Goran Ivelj gestikuliert an der Seitenlinie.

Raphael Biermayr

«Die Erfahrung fehlt uns», beginnt FCD-Trainer Goran Ivelj seine Analyse nach dem Spiel in Wettswil-Bonstetten. «Meine Spieler können sich an niemanden stützen. Wir haben keinen Routinier im Team», sagt er mit trauriger Stimme. Der Dietiker Trainer wirkt ratlos nach der vierten Pleite in Folge.

Eigentlich kann er auf talentierte Spieler zurückgreifen. Da ist beispielsweise Andrei Herlea, der mit dem FC Lugano in der vergangenen Challenge-League Saison den Aufstieg in die höchste Schweizer Spielklasse geschaft hatte. Oder Neto, der in der Juniorenabteilung der Berner Young Boys nur knapp scheiterte. All diese Talente wollen ihre Karriere beim FCD nochmals neu lancieren, in der Hoffnung doch noch entdeckt zu werden.

Ihr grosses Talente blitzte am Sonntag in Wettswil-Bonstetten auch teilweise auf. So war Neto klar der technisch versierteste Akteur auf dem Kunstrasenplatz. Der Brasilianer war auch an beiden Dietiker Toren beteiligt. Den ersten Treffer in der 37. Minute bereitete er opitmal für Luca Senicanin vor. Das letzte Tor des Spiels erzielte er mittels Elfmeter selbst.

Kleine Lichtblicke

Es sind kleine Lichtblicke für Trainer Ivelj. «Neto hat heute gut gespielt. Aber was bringt das, wenn wir dann wieder einen individuellen Fehler begehen», fragte er schon fast melanchonisch. Was er damit anspricht: Die beiden ersten Wettswiler-Treffer wurden von der Dietiker Hintermannschaft dem Heimteam auf dem Silbertablett serviert.

Beim frühen Gegentor (10.) machte Torhüter Christian Baumgartne, der gerade erst von einer Verletzung ins Limmattaler Tor zurückkehrte, keine gute Figur. Und nur zwei Minuten später befand sich die gesamte Dietiker-Defensive im Tiefschlaf, so dass sich die Gastgeber seelenruhig durch die Abwehrreihen durch kombinieren konnten.

Killerinstinkt fehlt

Nach dem Anschlusstreffer drückten die Limmattaler zwar aufs Gaspedal, doch wie schon beim letzten Meisterschaftsspiel gegen Gossau fehlte es oft an der letzten Konsequenz vor dem gegnerischen Tor. In den Minuten vor und nach der Pause entschied Wettswil-Bonstetten das Spiel. Mit zwei Standards zogen sie auf 4:1 davon. Die beiden letzten Treffer waren nur noch für Statistik-Fans von Bedeutung.

So muss das Team von Ivelj nun in den kommenden Spielen unbedingt punkten, denn die Dietiker haben nur noch einen Zähler Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. «Wir müssen weiter hart arbeiten, dann kommt es schon gut», meint Ivelj hoffnungsvoll.