Fussball
Dietikon gelingt Coup im Limmattaler Derby

Der eine oder andere dürfte sich verwundert die Augen gerieben haben an diesem Samstagnachmittag auf der Dornau. Vor einer Woche herrschte noch Tristesse bei den Dietikern, nachdem sie in Thalwil mit 1:3 verloren hatten. Am Samstag hiess es wieder 3:1, diesmal aber für Dietikon.

Michel Sutter
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Der FC Dietikon gewinnt beim Tabellenführer.

Der FC Dietikon gewinnt beim Tabellenführer.

Raphael Biermayr

Und zwar nicht gegen irgendwen, sondern gegen Baden, das zu diesem Zeitpunkt noch Tabellenführer war. „Wir haben sehr gut reagiert auf die Niederlage in Thalwil“, frohlockte Dietikons Trainer Goran Ivelj. „Mal abgesehen vom Gegentor haben wir nur wenige Fehler gemacht.“

Doch wie ist diese Leistungssteigerung innert Wochenfrist möglich? „Wir haben schon gegen Thalwil nicht schlecht gespielt“, meinte Ivelj. Das habe er seinen Schützlingen auch gesagt, um sie aufzumuntern. „Wir hatten in Thalwil unsere Chancen, kassierten aber in den dümmsten Momenten die Gegentore.“

Dass es gegen Baden anders kam, ist umso bemerkenswerter angesichts der Tatsache, dass Ivelj auf einen Leistungsträger verzichten musste: Neto, der in den letzten Partien stark gespielt hatte, fehlte verletzungsbedingt. Hinzu kam, dass Alessio D’Angelo nicht von Beginn weg spielen konnte, da er krank war.

Die Absenzen waren den Dietikern allerdings kaum anzumerken. Nach dem besseren Start der Badener und dem frühen Gegentor in der 7. Minute durch Patrik Gjidoda zeigte Iveljs Mannschaft Charakter und wurde dadurch mit dem Ausgleich belohnt. Raphael Meyer, der Neto ersetzte, traf herrlich via Pfosten zum 1:1. Danach hatten sowohl die Hausherren als auch die Gäste Chancen zum Führungstor, doch beide Teams liessen diese ungenutzt. Es blieb beim 1:1 zur Pause.

Wenige Minuten nach dem Wiederanpfiff sorgte Dietikon für ein Ausrufezeichen: Flavio Vecchiè profitierte von einem Abpraller von Badens Goalie Vilson Dedaj und schob zum 2:1 ein. Nun ging es hin und her. Erst kam Raffaele Cardiello zu einer riesigen Möglichkeit, den Ausgleich zu erzielen.

Kampf bis zum Schlusspfiff

Doch er konnte diese nicht nutzen. Auf der Gegenseite lenkte Timo Todzi einen Eckball ab – und traf zum vorentscheidenden 3:1. Und Dietikon hätte sogar noch mehr Tore schiessen können, ja vielleicht sogar müssen. 20 Minuten vor Schluss lief Luca Dimita allein auf Torhüter Dedaj zu, doch er verfehlte das Tor nur knapp.

Dennoch steckten die Gäste nicht auf und versuchten mit aller Macht, die Partie noch zu wenden. Die beste Chance dazu hatte Luca Ladner, der zehn Minuten vor dem Ende mit seinem Freistoss nur die Latte traf – Glück für Dietikon.

Und schliesslich wurde noch ein Badener Treffer wegen einer Abseitsposition aberkannt. So blieb es beim Vorsprung der Dietiker, die einen verdienten Sieg gegen den Favoriten feiern konnten.

So schön der Triumph für Ivelj und seine Truppe auch ist: Der Trainer ist sich bewusst, dass der Sieg gegen Baden nur ein Schritt in Richtung Ligaerhalt ist. „Die Saison ist brutal“, meinte er. „Letztes Jahr hätten uns 27 Punkte gereicht, dieses Jahr wird das anders sein.“

Und da der Abstand der Dietiker zum Strich trotz des Sieges nur zwei Punkte beträgt, dürfen sich die Limmattaler nicht auf dem Sieg ausruhen, im Gegenteil. „Wir werden bis zum letzten Spiel kämpfen müssen“, kündigt Ivelj an.