Dicke Post für den FCD am Mittwochabend, zwei Runden vor Saisonende: Vom Verband wurden die Vereine der Gruppe 5 über zwei Forfaitentscheide informiert: Kosova und Thalwil gewinnen ihre Partien gegen Uster 3:0, weil die Oberländer einen falsch lizenzierten Spieler eingesetzt hatten.

Verteidiger Bogdan Stevic, der zuvor nachweislich als Profi in Serbien unter Vertrag war, wurde als Neuanmeldung lizenziert – als ob er nie in einem beliebigen Land für einen Verein gemeldet gewesen wäre. Nach Auskunft der Amateur Liga des Schweizerischen Fussballverbands hat der serbische Verband die Vergangenheit von Stevic bestätigt.

Die Ustermer, denen von anderen Vereinen absichtliches Handeln unterstellt wird, haben bis am 3. Juni Zeit, Rekurs gegen die Thalwil-Niederlage einzulegen. Der Mittelfeldverein wird diesen kostspieligen Schritt kaum tun: Nach dem Entscheid gegen Kosova liessen sie die Frist verstreichen. Wie Sportchef Michael Meier gegenüber dem «Zürcher Oberländer» sagte, habe Stevic dem Verein übersetzte Dokumente vorgelegt, wonach er in Serbien nicht mehr für einen Verein gemeldet gewesen sei.

Aus dem Schneider ist der Verein deshalb nicht, wie auch aus den nun verhängten Forfaitentscheiden abgeleitet werden kann. Denn nach Passus 43 des Wettspielreglements trägt bei einer Neuanmeldung der Verein die volle Verantwortung.

Ob Uster einen Rekurs einlegt, war gemäss Meier am Mittwochabend nicht entschieden.

Duell der Protestanten

Sollten der Forfaitentscheid zugunsten Thalwils bis nach Ablauf der Rekursfrist aufrechterhalten bleiben, wären die Seebuben neuer Tabellenführer, sofern es das Match am 1. Juni gewinnen würde. Dann treffen sie auf Kosova – das Duell der Protestanten also.

FCT-Sportchef Patrick Kamm gibt sich nicht nur wegen des offenen Spielausgangs zurückhaltend: «Solange die Tabelle noch nicht angepasst ist, bin ich vorsichtig.» Sein Dietiker Amtskollege Pietro Iellamo kommentiert die schlechten Nachrichten zumindest nach aussen hin gelassen: «Die Entscheidung ist korrekt. Wenn wir deshalb nicht aufsteigen würden, müssten wir das akzeptieren.»

Weniger diplomatisch äussert sich Trainer Goran Ivelj: «Wenn man nur am grünen Tisch aufsteigen kann, ist das ein Armutszeugnis. Ich habe Besseres zu tun, als nach dem Spiel zu schauen, welche Spieler nicht spielberechtigt sind.» Sein Verständnis für Fairness sei verletzt. «Uster hat meiner Meinung nach keinen Betrug begangen, sondern einen Fehler gemacht, der jedem passieren kann.»

Den «Fall Aksic» im Hinterkopf

Er verweist auf einen ähnlichen «Fehler» der Dietiker selbst: Vor kurzem waren sie in Gefahr, Matches forfait zu verlieren. Dies, weil mit Srdjan Aksic ein Spieler nach den im Sommer 2012 geänderten Regeln der 2. Liga interregional zu spät transferiert worden war.

Iellamo sagte, man habe nichts von der Friständerungen gewusst. Weil kein Gegner fristgerecht Protest gegen eine der drei Matches mit Beteiligung Aksics einlegte, hatten die Limmattaler ohnehin nichts zu befürchten.

Am Samstag auf dem Heerenschürli

Nun könnte es also sein, dass sie in anderem Zusammenhang sozusagen nachträglich bestraft werden. Wie auch immer: Ihnen bleibt nichts anderes übrig, als abzuwarten. So oder so ist gegen United Zürich am 1. Juni ein Sieg gefordert. Der FCD trägt dieses Heimspiel auf dem Schwamendinger Heerenschürli aus, Anpfiff ist um 18 Uhr.