„Wenn du im Tabellenkeller bist, gehen solche Chancen eben nicht rein“, hadert Dietikons Spielmacher Neto nach Spielschluss. Er spricht die Szene in der 89. Minute an. Der Brasilianer mit YB-Vergangenheit spielt zwei Gegenspieler aus und legt für Raphael Meyer auf. Dieser scheitert freistehend vor dem Winterthurer Torwart Yannick Bünzli. Es wäre das 2:1-Siegestor gewesen.

Wie schon am vergangenen Wochenende gegen Wettswil-Bontetten blieb es beim 1:1-Unentschieden. Zu wenig für Dietikon, um sich im Kampf gegen den Abstieg Luft zu verschaffen. Das Team von Goran Ivelj steht nun sogar auf einem Abstiegsplatz, weil Balzers gegen Mendrisio gewinnt. „Wir werden bis zum Schluss alles dafür geben, um in der 1. Liga zu bleiben“, verspricht Neto.

Die verflixte 77. Minute

Dabei hatte es gestern lange gut ausgesehen. Nachdem die U21 Winterthurs in der ersten Hälfte doppeltes Aluminium-Pech hatte, ging Dietikon dank eines Neto-Freistosses kurz vor der Pause überraschend in Führung. Der Brasilianer legte den Ball pfannenwertig auf den Fuss von Flavio Vecchiè, der nur noch den Fuss hinhalten musste.

Nach dem Pausentee hatte das Team von Goran Ivelj lange alles im Griff. Dietikon stand sogar näher am 2:0 als Winterthur dem Ausgleich. Doch Dimita und Co. vergaben gute Chancen.

Dann kam die verflixte 77. Minute. Einen Ballverlust in der Vorwärtsbewegung führte zu einem Konter für das Heimteam. Über Tanzillo und Krasniqi landete der Ball im Tor – FCD-Schlussmann Sven Gammel war chancenlos.

„Momentan ist es einfach nur frustrierend“, sagt Neto. Die Nummer 10 war mit Abstand der beste Spieler auf dem Platz und sorgte mit seinen unwiderstehlichen Dribblings immer wieder für Gefahr. „Meine Leistung war durchschnittlich“, sagt er bescheiden. „Ich spiele nicht auf meiner Lieblingsposition. Aber das hält mich nicht davon ab, alles für die Mannschaft zu geben“, sagt er.

Einen Neto in Topform werden die Dietiker auch in den letzten Saisonspielen brauchen. Das Schlussprogramm gegen den Drittplatzierten United Zürich und den FC Seuzach hat es in sich. Der Abstieg rückt näher.

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