«Wer die Tore schiesst, spielt keine Rolle», meinte Blazenko Klaric zwar. Doch er war zweifelsohne der Matchwinner in der Partie zwischen Dietikon und Muri. Gleich zwei Treffer hatte er zum 3:1-Sieg der Limmattaler beigesteuert. Den ersten schoss er nach einem wunderbaren Aussenristpass von Luca Senicanin, indem er den Ball für Muris Goalie Ferenc Gazsi unhaltbar in den rechten Torwinkel hob. Den zweiten hatte ebenfalls Senicanin initiiert, der den Ball in den Strafraum zu Flavio Vecchiè passte. Dieser spielte den Ball quer weiter zum frei stehenden Klaric, der nur noch einzuschieben brauchte.

Nur wenige Minuten später sorgte der eingewechselte Raphael Meyer dann für das 3:0, als er nach einem hohen Ball von Senicanin in den Strafraum traf. Damit hatten die Dietiker in nicht mal zehn Minuten drei Tore erzielt und nach etwas mehr als einer Stunde Spielzeit die Partie bereits entschieden.

Die 3:0-Führung hatten sich die Dietiker dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte verdient. In der ersten hatten sie hingegen Mühe, in die Partie zu kommen. «Muri war in der ersten Viertelstunde sehr druckvoll», sagte Dietikons Trainer Goran Ivelj. Seine Mannschaft brauchte eine Weile, bis sie sich auf den Gegner eingestellt hatte. Nach knapp 20 Minuten wurden die Limmattaler ein erstes Mal gefährlich, als Klaric den Ball aufs Tor brachte, Gazsi jedoch zur Stelle war.

Harte Gangart

Dann ein Schockmoment für die Dietiker: Marjan Jelec blieb nach einem Zweikampf um den Ball mit Fabio Huber mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen. Jelec wurde behandelt, doch seine Verletzung war so gravierend, dass er von Mitspielern vom Platz getragen und ausgewechselt werden musste. Für Ivelj war die Aktion ein klares Foul, der Schiedsrichter liess die Partie dagegen weiterlaufen.

Jelec war jedoch nicht der Einzige, der nach einem Rencontre liegen blieb. Auch Klaric wurde unsanft getroffen, konnte aber weiterspielen. «Muri ging voll in die Zweikämpfe», sagte Verteidiger Edi Duvnjak, «da mussten wir auch einige Fouls begehen.»

Und so wurde die Partie vor allem in der zweiten Halbzeit zeitweise gehässig. Die Dietiker liessen sich davon aber nicht beirren und kamen auch nach dem 3:0 zu hochkarätigen Chancen, die beste eine Viertelstunde vor Schluss. Klaric und Dragan Durovic dribbelten sich bis in den gegnerischen Strafraum vor, Klaric schob den Ball am herauseilenden Gazsi vorbei, Durovic stand allein vor dem leeren Tor und hätte den Ball eigentlich nur noch über die Linie drücken müssen. Doch der Stürmer verfehlte das Tor. «Wir hätten den vierten Treffer erzielen müssen», haderte Ivelj.

Doch noch der Gegentreffer

Stattdessen fingen sich die Dietiker noch ein Gegentor ein. Nur eine Minute später nach Durovic’ vergebener Grosschance legte Muris Cristian Ianu den Ball an Torhüter Cyril Schneider vorbei, der zuvor zu Boden gegangen war. Der Treffer der Gäste änderte jedoch nichts mehr am Dietiker Sieg, dank dem die Limmattaler auf Rang 4 vorgestossen sind. «Die Saison ist noch lang», beschwichtigte Ivelj, der gegen den nächsten Gegner Wangen bei Olten wohl erneut umstellen muss, da Jelec ziemlich sicher ausfallen wird. «Es ist noch nicht sicher, was er genau hat, aber er wird ins Krankenhaus fahren», sagte Ivelj.

Trotz des Verletzungspechs verspürt Iveljs Mannschaft Auftrieb. «Wir standen  sehr kompakt und hatten tolle Einzelaktionen», schwärmte Klaric. «Es ist ein Supergefühl, so gewonnen zu haben. Das tut gut fürs Selbstbewusstsein.» Und Edi Duvnjak ergänzte: «Jetzt wollen wir gegen Wangen bei Olten nachlegen und drei Punkte holen.»