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Dieser Punkt fühlte sich für den FC Schlieren wie ein Sieg an

Kämpferisch: Schlierens Selcuk Sasivari (rechts) lässt sich nicht von der Grätsche von Srbijas Marko Baratovic stoppen.

Kämpferisch: Schlierens Selcuk Sasivari (rechts) lässt sich nicht von der Grätsche von Srbijas Marko Baratovic stoppen.

Der FC Schlieren holt in letzter Minute ein 2:2-Unentschieden gegen Srbija Zürich. Damit behält die Mannschaft ihren Rang hinter Leader Einsiedeln.

Es lief bereits die Nachspielzeit, aber Mario Bucciarelli vom FC Schlieren hatte noch genug Energie. Er rannte und rannte, vom gegnerischen Strafraum zur Spielfeldmitte. Dort wurde sein Lauf gestoppt – von den Mitspielern und den Ersatzspielern: Alle stürmten auf den Stürmer zu, bis dieser in der Menschentraube verschwand.

Bucciarelli hatte kurz zuvor ein Tor erzielt. Es war kein Siegtreffer, auch kein technisch herausragendes Tor, da Bucciarelli den Ball nicht richtig getroffen hatte. Aber es war ein Tor, das den Schlieremern einen Punkt bescherte beim Rückrundenstart gegen Srbija Zürich – einen Punkt, der sich für die Limmattaler wie ein Sieg anfühlte. «Wenn man in einer solchen Partie noch einen Punkt holt, ist man glücklich», sagte Schlierens Trainer Davide Molinaro.

Erste Halbzeit: ein zäher Kampf

Die anderthalb Stunden zuvor im Duell zwischen den zweitplatzierten Limmattalern und dem Tabellenvierten an diesem Samstagabend im Zelgli waren äusserst zäh gewesen. Die erste Halbzeit war von viel Kampf und Krampf geprägt, Torchancen gab es kaum. Die beste der wenigen Möglichkeiten hatte Ilija Stojanovic für die Gäste, doch seinen Schuss vermochte Schlierens Goalie Jérôme Vollenweider zur Ecke zu klären. Eine Minute später musste Vollenweider trotzdem hinter sich greifen: Stojanovic hatte ebendiesen Eckball mit einem sehenswerten Drehschuss zur Führung für Srbija genutzt.

Danach kamen die Gäste immer besser in die Partie und hatten zahlreiche Torchancen. Doch es blieb zur Pause bei der knappen Führung. Nach Wiederanpfiff vergab der starke Zoran Nikic gleich drei gute Chancen zum 2:0. Nach einem missglückten Angriff der Schlieremer leiteten die Gäste einen Konter ein, Stojan Petkovic spielte den Ball im Strafraum quer zum freistehenden Stojanovic – 2:0 für Srbija.

Kurzer Schlieremer Sturmlauf

Nun hatten die Gäste endgültig Oberwasser. Die Schlieremer beschränkten sich aufs Kontern. Richtig gute Torchancen vermochten sie sich nicht zu erspielen – bis 20 Minuten vor Schluss, als Bucciarelli sich auf der rechten Seite schön durchsetzte und seinen Sturmlauf mit dem Anschlusstreffer abschloss. Damit stand es nur noch 1:2 aus Sicht der Schlieremer.

Kurz darauf hatte Gold Ire Omotayo noch eine Chance, doch sein Ball flog übers Tor. Dann war es auch schon wieder vorbei mit dem Schlieremer Sturmlauf. Die Partie flachte ab, und die 90 Minuten waren um. Noch ein hoher Ball in den Strafraum von Srbija, den Bucciarelli aus der Luft abnahm, aber nicht richtig traf. Der Ball flog zwar Richtung Tor, doch er schien zu hoch angesetzt. Plötzlich senkte er sich genau hinter Srbijas Torwart Danijel Jovanovic und landete zur Überraschung aller im Netz. 2:2 für Schlieren in buchstäblich letzter Minute – kurz danach war Schluss.

«Klar, der Treffer war glücklich», gab Molinaro zu. «Aber wir sind viel gerannt und haben uns damit den Punkt verdient.» Molinaro wollte jedoch nicht verhehlen, dass seine Mannschaft über weite Strecken der Partie Mühe gehabt hatte. «Wenn man während der Vorbereitung nur ein Spiel gewinnt, macht sich auch eine gewisse Unsicherheit breit», sagte er. «Uns fehlt es an Selbstvertrauen.»

Umso wichtiger, dass die Schlieremer gegen das starke Srbija mindestens einen Punkt holen konnten. Denn so behalten sie den zweiten Rang, mit drei Punkten Rückstand auf Leader Einsiedeln, dessen Partie von gestern Sonntag verschoben wurde. Die Schlieremer bleiben also dran, dank Bucciarellis Last-Minute-Treffer.

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