Triathlon
Diese Athletin brauchte für den Ironman Zürich weniger als 12 Stunden

Barbara Kuster vom Tri Team Limmattal (TTL) hat den Ironman Switzerland in Zürich geschafft. Obwohl sie das Hawaii-Ticket verpasste, überwiegt die Freude.

Raphael Biermayr
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Barbara Kuster kam in 11:59,49 Stunden als Kategoriendritte ins Ziel. ZVG

Barbara Kuster kam in 11:59,49 Stunden als Kategoriendritte ins Ziel. ZVG

Limmattaler Zeitung

Irgendwann vertrug der Magen keine feste Nahrung mehr. Irgendwann versagten die Beine. Irgendwann hatte Barbarar Kuster genug. Doch dann erinnerte sie sich. Familie und Freunde säumten die Strecke. Sie waren nur wegen ihr gekommen. «Da wusste ich: Ich kann nicht einfach aufgeben.» So biss sich sie Athletin des Tri Teams Limmattal (TTL) am Ironman Zürich durch und fing sich gar wieder: «Die letzten zwei Kilometer vergingen wie im Flug.»

Kam in 11:59,49 ins Ziel und wurde Dritte in ihrer Alterskategorie der 50- bis 54-Jährigen. «Ich war so froh, dass ich es noch unter 12 Stunden schaffte», sagte sie, glückerfüllt noch gestern Morgen, wenngleich selbstredend noch angeschlagen. Auf die Frage, ob sie wieder unter den Lebenden ist, sagte die Altstetterin müde lächelnd: «Mehr oder weniger.»

Schlafen als schwierigste Disziplin

Kuster hatte den inneren Schweinehund bezwungen. Dieses Erfolgserlebnis überwog die Enttäuschung über den verpassten Startplatz am legendären Ironman Hawaii. Für das sichere Ticket dorthin hätte sie ihre Kategorie gewinnen müssen, die TTL-Atlethin wurde Dritte. Den Moment, am Morgen danach auf das Podest steigen zu können, genoss sie als wäre sie Erste. «Es war einfach grossartig, wunderschön», schwärmt sie.

Im Vorfeld nannte Barbara Kuster das Schlafen vor einem Ironman als schwierigste Disziplin. Das bewahrheitete sich, sei sie doch vor dem Heimrennen «extrem nervös» gewesen. Wie sah es bezüglich der Ruhefindung nach den Strapazen aus? «Ich bin sehr schnell eingeschlafen, war aber um 4 Uhr wieder hellwach. Das war auch so in der Nacht auf heute (Dienstag, Anm. d. Red.) und wird wohl auch noch die eine oder andere Nacht so bleiben.» In der gleichen Lockerheit sieht sie auch der Arbeit als Fitnessinstruktorin entgegen, allerdings: «Viel Bewegung ist vorderhand kein Thema. Da lasse ich lieber die Teilnehmer arbeiten.»