Yves Müller zog vor drei Jahren aus, um sich die Sporen in der NLB abzuverdienen. Freiwillig. Nach seiner Zeit im Elite-Team der Flyers hing er in der Luft. Er wurde immer häufiger zum HC Thurgau ausgeliehen, die Karriere mündete in eine Sackgasse. Nach der Saison 2009/10 erkundigte er sich beim Verein nach seiner Zukunft.

«Man sagte mir, dass ich wieder an Thurgau ausgeliehen könnte. Da wusste ich: Ich musste etwas unternehmen.» Müller heuerte trotz eines weiteren Vertragsjahres in Kloten beim ambitionierten NLB-Klub Langenthal an. Finanzielle Einbussen habe er nicht hinnehmen müssen, «die Vereine regelten das untereinander».

So hatte der Limmattaler, der in Zürich WG-Partner von Teamkollege Simon Bodenmann und ZSC-Goalie Lukas Flüeler ist, eine Ideallösung für sich gefunden: Mehr Eiszeit bei gleichen Bezügen.

Die Variante sicher zahlt sich aus

Es war ein bewusster Schritt zurück, um jetzt einen Sprung nach vorn zu machen. Der Verteidiger ist seit diesem Sommer zurück in Kloten, wo er nach drei Jahren im Nachwuchs des EHC Urdorf die Ausbildung durchlaufen hatte. Er kehrt mit der Referenz eines Leistungsträgers im SC Langenthal zurück, mit dem er 2012 den NLB-Meistertitel feierte.

Eigentlich spekulierte Müller schon damals auf einen Platz in der höchsten Liga. Er blieb letztlich im Oberaargau. «Einen Nati-A-Vertrag hatte ich nicht vorliegen. Bestimmt hätte es über ein Tryout die Möglichkeit gegeben, mich zu versuchen. Aber das war mir zu unsicher», sagt er.

Nun gilt seine Konzentration aber den Kloten Flyers. Es ist seine zweite und wohl letzte Chance, sich einen Platz in der höchsten Liga zu erkämpfen. In der Vorbereitung spielte Müller an der Seite des Oberengstringers Philippe Schelling in der vierten Verteidigungslinie regelmässig, wenngleich mit wenig Eiszeit. «Ich muss bereit sein, wenn ich meine Chance erhalte», sagt der Dietiker kämpferisch.