Sieg im Spitzenspiel
Die ZSC Lions zeigen gegen Bern eine starke Reaktion

Mit dem 20. Heimsieg im 23. Spiel demonstrierte der ZSC, dass er vor eigenem Publikum kaum zu schlagen ist - auch vom robusten Cupsieger SCB nicht. Die Zürcher gewinnen 3:1.

Marcel Kuchta
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ZSC Lions - SC Bern
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Ryan Shannon, links, und Marc-Andre Bergeron, rechts, gegen den Berner Thomas Rüfenacht
Nettigkeiten wurden auch ausgetauscht
Goldhelme unter sich: ZSC-Wick (vorn) und SCB-Plüss
Patrick Geering gegen den Berner Martin Plüss

ZSC Lions - SC Bern

Keystone

In knapp zwei Wochen fällt der Startschuss zu den Playoffs. Dann müssen die Mannschaften bereit sein, dann gibt es keine Entschuldigungen mehr. Umso wichtiger ist es, dass man in den letzten Spielen des Qualifikationsmarathons in den (Erfolgs-)Rhythmus kommt.

Deshalb liess die 1:6-Niederlage der ZSC Lions am Freitag im ersten Spiel nach der Nationalmannschaftspause in Genf umso mehr aufhorchen. Sollte der Titelverteidiger ausgerechnet kurz vor der wichtigsten Meisterschaftsphase in ein Formtief geraten?

Das Schiff im Gleichgewicht halten

Nun, das Spitzenspiel gegen den SC Bern sollte eine eindeutige Antwort liefern: Nein. Wenn es eine Mannschaft beherrscht, quasi auf Knopfdruck wieder zu funktionieren, dann sind es die ZSC Lions. Selbst wenn man, wie gegen den Tabellenführer, schon nach 40 Sekunden in Rücklage gerät, so erschüttert das im Lager der Zürcher niemanden.

«Ob wir erfolgreich sind oder Probleme habe: wir sollten uns weder zu gut noch zu schlecht fühlen. Wir versuchen immer, möglichst kühlen Kopf zu bewahren», umschreibt Lions-Trainer Marc Crawford die Strategie und braucht dabei das englische Sprichwort «to stay even keel», was wörtlich übersetzt so viel heisst wie «das Schiff im Gleichgewicht halten.»

Der ZSC-Kahn nahm gegen den SC Bern im zweiten Drittel auf eindrückliche Art und Weise Fahrt auf. Und zwar in einem Ausmass, auf welches die Berner keine Antwort wussten. Die Zürcher zogen mit drei Toren im mittleren Abschnitt entscheidend davon.

Rüfenacht lässt sich provozieren

«Wir haben es nicht verdient, zu gewinnen», gab SCB-Trainer Guy Boucher unverblümt zu. Er hatte bei seiner Mannschaft die richtige Einstellung vermisst. «Wir haben uns in einigen Situationen nicht clever verhalten», sagte der Kanadier und meinte damit die Scharmützel, auf die sich beispielsweise Bösewicht Thomas Rüfenacht immer wieder einliess und seiner Mannschaft damit mehr als einmal einen Bärendienst erwies. Rüfenachts Provokationen liefen ins Leere, ja sie schienen die Zürcher im Gegenteil eher aufzuputschen.

Die 11 200 Zuschauer im Hallenstadion bekamen auf jeden Fall einen Vorgeschmack auf eine mögliche Finalserie zwischen den beiden derzeit besten NLA-Teams zu sehen. Die Berner sind die einzige Mannschaft, die das Spiel der Zürcher Kraft ihrer Physis zu zerstören vermögen.

Auf der anderen Seite sind die Lions neben ihrer spielerischen Klasse auch fähig, physisch dagegen zu halten. Etwa in der Form von Stürmer Chris Baltisberger, der mehr als einmal für ordentlichen Betrieb vor SCB-Goalie Marco Bührer sorgte.

«Wir haben uns nach das der Niederlage in Genf vorgenommen, in der Defensive sicher zu stehen. Und wenn wir das tun, dann sind unsere Erfolgschancen angesichts unseres offensiven Talents immer gross», umschrieb der Limmattaler den Zürcher «Knopfdruck-Effekt.»

Noch verbleiben vier Spiele in der Qualifikation. Und seit gestern steht fest: Weder der SCB noch die ZSC Lions müssen sich Sorgen im Hinblick auf die Playoffs machen.