Uitikon
Die WM krönt die erfolgreiche Saison des 18-jährigen Wasserspringers

Der 18-jährige Uitiker Matthias Appenzeller darf an die Junioren-WM in Australien fahren. «Das war mit Abstand meine beste Saison» sagt der junge Wasserspringer. Für seine super Resultate hat er keinen Aufwand gescheut.

Fabio Baranzini
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Mit einem vierten Rang an der Junioren-EM sichert sich Matthias Appenzeller die WM-Teilnahme. ZVG

Mit einem vierten Rang an der Junioren-EM sichert sich Matthias Appenzeller die WM-Teilnahme. ZVG

Dass Matthias Appenzeller an der Junioren WM in Adelaide (AUS) teilnehmen kann, ist keine Selbstverständlichkeit. «Ich wäre mit meiner Saison auch zufrieden gewesen, wenn ich mich nicht qualifiziert hätte. Dass es nun gereicht hat, ist genial», freut sich der 18-Jährige aus Uitikon.

Den Startplatz gesichert, hat er sich dank dem hervorragenden vierten Rang vom Einmeterbrett an der Junioren-EM Mitte Juli in Österreich. Auch sonst verlief die Saison für Appenzeller wie gewünscht, konnte er doch nach zahlreichen Junioren Schweizer Meistertiteln auch den ersten Sieg bei den Erwachsenen (vom Einmeterbrett) feiern. «Das war mit Abstand meine beste Saison. Ein Grund dafür ist sicher, dass ich erstmals seit langem verletzungsfrei blieb», erklärt der Uitiker.

«Finalteilnahme wäre schon super»

18 bis 20 Stunden pro Woche trainiert Appenzeller, der Mitglied des Vereins Zürcher Wasserspringer ist. «Neben der Schwimmhalle bin ich auch oft auf dem Trampolin, um neue Sprünge zu erlernen, und in der Aufbauphase ist das Krafttraining jeweils sehr wichtig», sagt Appenzeller, der in Zürich das Sportgymnasium besucht.

Für seine erste Teilnahme an der Junioren-Weltmeisterschaft, die gleichzeitig auch sein letzter Juniorenwettkampf vor dem Wechsel zur Elite sein wird, hat er sich kein konkretes Ziel gesetzt. «Ich freue mich extrem auf die Wettkämpfe und möchte sie einfach geniessen. Über das Resultat mache ich mir keinen grossen Kopf, aber eine Finalteilnahme wäre natürlich schon super», blickt Appenzeller voraus.

Der Limmattaler wird sowohl vom Einmeter- als auch vom Dreimeterbrett an den Start gehen, rechnet sich jedoch von der geringeren Höhe die grösseren Chancen aus. «Vom Einmeterbrett bin ich besser. Ich möchte aber beide Wettkämpfe sicher durchspringen, ohne einen Hänger zu haben», sagt der Uitiker.

Lange Vorbereitungszeit

Damit ihm dies gelingt, hat Appenzeller keinen Aufwand gescheut. Er hat die Saison, die eigentlich bereits zu Ende wäre, verlängert, um in Topform zu sein. Zudem ist er gemeinsam mit dem Nationalkader, welches drei weitere Springer und zwei Trainer umfasst, bereits mehr als eine Woche vor Wettkampfbeginn nach Australien geflogen. Diese Zeit braucht Appenzeller, um sich vom Jetlag zu erholen und sich optimal an die Bedingungen anzupassen.

«Für die Orientierung in der Luft macht es beispielsweise einen grossen Unterschied, ob der Beckenboden rot oder blau ist», erklärt er. Bis er sich auf einer Sprunganlage absolut wohl fühlt, benötigt er mindestens zwei Tage. Dank mehr als einer Woche Anpassungszeit, steht einer weiteren Topleistung von Matthias Appenzeller also nichts mehr im Weg.