Fussball
Die verpasste Chance, nahe an die vorderen Ränge heranzukommen

Mit dem 1:1 Unentschieden gegen den FC Muri festigt Dietikon seinen Platz im Tabellenmittelfeld. Trainer Ivelj trauert den vergebenen Chancen nach, freut sich aber über das Comeback seines Captains.

Michael Meier
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Dietikons Torschütze Zivjko Cajic (rechts) dribbelt gegen Muris Burim Zeqiraj.

Dietikons Torschütze Zivjko Cajic (rechts) dribbelt gegen Muris Burim Zeqiraj.

Raphael Biermayr

Yves Frey, der Torhüter des FC Muri erinnerte unvergeigerlich an Michael Jordan. Der beste Basketballer aller Zeiten war berühmt für seine immense Sprungkraft. Und selbst er wäre wohl vor Neid erblasst, ab der Parade von Frey in der 77. Minute. Es schien beinahe, als ob er in der Luft stehen würde, als er mit einem riesigen Sprung den Kopfball des Dietiker Mittelfeldspielers Zivko Cajic aus der rechten oberen Torecke kratzte.

Caijic wäre mit seinem zweiten Tor zum Matchwinner geworden, denn nur vier Minuten zuvor erzielte er den 1:1-Ausgleichstreffer. Nach einer perfekt getimten Flanke von Naim Haziri vollendete er mit einem sehenswerten Kopfball.

Vielleicht dachte Goran Ivelj an die sensationelle Parade von Frey, als er nach dem Spiel den verpassten Chancen seiner Mannschaft nachtrauerte. Der Trainer des FC Dietikons hatte ein Spiel gesehen, «welches wir hätten gewinnen müssen. Wir hatten ein klares Chancenplus», resümierte er.

Schwierige Platzverhältnisse

Ganz so klar wie Ivelj es gesehen hatte, verlief das Spiel aber nicht. Die erste Halbzeit war geprägt vom sehr tiefen Platz, der – gelinde gesagt – nicht in bestem Zustand ist. So versuchten es beide Teams immer wieder mit hohen, weiten Bällen. Zusammenhängende Aktionen waren Mangelware. Nach einer halben Stunde vergab Cajic – wieder er – aus aussichtsreicher Position. Sein Schuss geriet deutlich zu hoch. Nicht auszuschliessen, dass ihm der Ball noch versprungen war. Der FC Muri war insgesamt die etwas aktivere Mannschaft, und hatte Pech mit einem Pfostenschuss.

Nach der Pause zeichnete sich die Führung des FC Muri immer mehr ab, vergaben sie doch beste Chancen, beinahe im Minutentakt. Es brauchte dann aber eine Standardsituation für die Führung. Michael Ludäscher verwertete in der 57. Minute einen scharf getretenen Eckball von Michael Koch zur verdienten Führung.

Der Rückstand war ein Weckruf für die Dietiker. Plötzlich griffen sie resoluter an, und kamen prompt zu Chancen. Zuerst zögerte Stürmer Luca Dimita zu lange, dann schoss Cajic gleich dreimal knapp daneben, bis ihm endlich der Ausgleich gelang.

Dietikon drückte weiter, doch der Siegestreffer wollte nicht mehr fallen. Goran Ivelj war trotz der verpassten drei Punkte zufrieden mit seinem Team. «Es war nicht einfach auf diesem Boden, aber wir haben gezeigt, dass wir mit der individuell stark besetzten Mannschaft aus Muri mithalten können. Schade, das Spiel kann man auch gewinnen», trauerte er nochmals den vergebenen Chancen in der zweiten Halbzeit nach.

Die verpasste Chance

Denn auch der Dietiker Trainer kennt die Tabellensituation. Mit einem Sieg wäre man bis auf einen Punkt an Muri herangekommen, in Schlagdistanz zur Spitze. So aber verbleibt der FC Dietikon im Mittelfeld der Tabelle. «Alles ist sehr nah beisammen, mit zwei Siegen oder zwei Niederlagen ist man plötzlich entweder vorne dabei, oder steckt unten drin», analysiert Ivelj die Tabelle, Ziel bleibe weiterhin, nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben.

Zufrieden war Ivelj auch über das Startelfcomeback seines Captains, Naim Haziri. Dieser war lange verletzt, und hielt beinahe 80 Minuten durch. Dann wechselte Ivelj ihn vorsichtshalber aus. «Ich wollte nicht, dass er sich auf dem tiefen Platz wieder verletzt», begründete er seinen Entscheid.