Eishockey

Die Urdorfer Stiere stecken sich ambitionierte Ziele in der 2. Liga

Der Urdorfer Jann Schmid – hier an der Scheibe – konnte sich beim Vorbereitungsspiel gegen Seewen als Torschütze auszeichnen. msu

Der Urdorfer Jann Schmid – hier an der Scheibe – konnte sich beim Vorbereitungsspiel gegen Seewen als Torschütze auszeichnen. msu

Der EHC Urdorf startet am Samstag gegen Kreuzlingen in die neue Saison.

Nach anderthalb Minuten erzielt Colin Wiederkehr das 1:0, kurz darauf das 2:0, und am Ende des ersten Drittels steht es 3:0. Es läuft für den EHC Urdorf im Vorbereitungsspiel gegen den EHC Seewen an diesem Dienstagabend im Exil in Dielsdorf. Dennoch bleibt Trainer André Wismer skeptisch, weil er weiss, wie schnell es im Eishockey gehen kann: «Wir lagen gegen die Argovia Stars auch schon mit 1:4 zurück und haben dann noch mit 5:4 nach Verlängerung gewonnen.»

Das Spiel gegen Seewen ist das letzte von Wismer und seiner Mannschaft, bevor die neue Saison beginnt. Eine Saison, in der die Urdorfer nach einem Jahr Abwesenheit wieder in der 2. Liga bestreiten können. Und das, obwohl sie «nur» Rang 3 erreicht und damit die Aufstiegsplätze eigentlich verpasst haben. Möglich gemacht hat den Aufstieg die Einführung der MySports- League, dank der die Urdorfer in die 2. Liga nachgerückt sind. Die Limmattaler sind als beste Mannschaft angefragt worden und haben diese Anfrage dankend angenommen. «Es war immer unser Anspruch, in der 2. Liga zu spielen», sagt Präsident Thomas Leimgruber. «Und der EHC Urdorf gehört auch in die 2. Liga.»

Obwohl sie vor einem Jahr den Gang in die 3. Liga antreten mussten, beliessen die Urdorfer ihr Budget auf demselben Niveau wie in der 2. Liga. «Es ist schwierig, das Budget nachher wieder zu erhöhen», begründet Leimgruber diese Massnahme. Damit sind die Limmattaler für die 2. Liga zumindest finanziell gerüstet.

Sportlich stellt sich allerdings die Frage, ob die Urdorfer in der 2. Liga werden mithalten können. Schliesslich konnten sie sich in der 3. Liga nicht auf einem der ersten beiden Tabellenplätze klassieren, die den Aufstieg erst möglich gemacht hätten. Kommt hinzu, dass sich das Gesicht der Mannschaft stark verändert hat. Zwar haben nur drei Spieler den Verein verlassen, doch es sind insgesamt acht neue gekommen. Zwei davon, Colin Wiederkehr und Adrian Wachter, haben schon in der Vergangenheit für die Urdorfer gespielt. Doch die meisten der neuen stammen aus den eignen Juniorenmannschaften, so wie Florian Fischer, Reto Schmid und Valentin Kiser. «Wir investieren viel in den Nachwuchs», sagt Leimgruber und glaubt: «Gewisse Spieler werden in der 2. Liga wohl Mühe haben.»

Urdorf nicht erste Adresse

Dass man keine Eishockeyaner mit Erfahrung auf diesem Niveau verpflichtet hat, liegt auch an der Vereinspolitik, denn man bezahle den Spielern nichts, so Leimgruber. «Deshalb ist Urdorf auch nicht die erste Adresse bei den Spielern, die einen neuen Verein suchen», sagt der Präsident des EHC Urdorf.

Dass die Limmattaler keine Spieler mit Geld locken können, hat sich während der Vorbereitung nicht bemerkbar gemacht. «Wir hatten ein gutes Trainingslager», sagt Wismer, auch wenn seine Mannschaft zwei Testspiele verloren habe. Zudem gäbe es noch ein paar Sachen zu verbessern. Das grösste Manko, so Wismer, sei noch die Chancenverwertung. «Wir machen zwar Druck, schiessen aber einfach zu wenige Tore», findet der Trainer.

Playoffs als Ziel

Diese Schwäche gilt es noch auszumerzen, denn die «Stiere» wollen sich in der 2. Liga behaupten. «Das Ziel sind die Playoffs», sagt Leimgruber und fügt hinzu: «Die letzten Freundschaftsspiele sind schon mal nicht schlecht gelaufen.» Tatsächlich haben die Urdorfer neben den Argovia Stars auch Herisau geschlagen. Und die Partie gegen Seewen? Nach 30 Minuten erzielt Jann Schmid das wohl vorentscheidende 4:0. Doch dann kommt Seewen plötzlich in Fahrt und schiesst erst den Anschlusstreffer, bevor es in den letzten Minuten der Partie noch auf 3:4 herankommt und Urdorf um den Sieg zittern muss. So ganz Unrecht hatte Wismer mit seiner Skepsis nach dem ersten Drittel also nicht.

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