Fussball 2. Liga
Die Urdorfer stehen endgültig im Abstiegskampf

Der 2.-Ligist unterliegt Wädenswil mit 0:4 – es ist die dritte Niederlage in Folge.

Michel Sutter (Text und Foto)
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Der Urdorfer Samir Kozarac (rechts) hatte im offensiven Mittelfeld einen schweren Stand.

Der Urdorfer Samir Kozarac (rechts) hatte im offensiven Mittelfeld einen schweren Stand.

michel sutter (msu)

Als ob die klare 0:4-Niederlage nicht gereicht hätte: Die Urdorfer mussten nach dem Schlusspfiff der 2.-Liga-Partie in Wädenswil auch noch die Häme einiger heimischer Fans über sich ergehen lassen. Urdorfs Trainer Gianni Musumeci hatte seine Spieler zusammengetrommelt und hielt eine lautstarke Wutrede. Diese stachelte ein paar Zaungäste dazu an, Musumeci nachzuäffen. Der Urdorfer Coach liess sich jedoch nicht provozieren.

Sein Ärger war auch so schon gross genug. Seine Mannschaft hatte vor allem in der zweiten Hälfte eine schwache Leistung gezeigt. Zehn Minuten vor Schluss kam der eingewechselte Andrea Pasinelli zu einem Torschuss, doch der Ball landete in den Händen von Wädenswils Torhüter Reto Mühlemann. Es war die einzig nennenswerte Gelegenheit im zweiten Durchgang. Ansonsten kamen die Limmattaler kaum bis zum gegnerischen Strafraum und wirkten seltsam lethargisch. «Wir hatten zu wenig Bewegung im Spiel ohne Ball», sagte Musumeci.

Pech im Abschluss

Doch auch in der ersten Hälfte lief es für die Urdorfer nicht wie gewünscht. Nach sieben Minuten hätten die Gäste bereits in Rückstand liegen müssen, als Wädenswil einen Penalty zugesprochen bekam und diesen in der Person vom Ex-Birmensdorfer Adriano Sodano verschoss. Drei Minuten später klingelte es dann aber doch im Kasten von Urdorfs Torhüter Sven Gammel. Dimitrios Chassanidis hatte einen Ball im Strafraum über die Linie gestochert.

Nun spielte Wädenswil stark auf. Sodano kam mutterseelenallein zum Kopfball, Gammel parierte hervorragend und bewahrte die Limmattaler vor einem weiteren Tor. «Hey, Jungs, sind wir wach?», schrie Musumeci seinen Spielern zu. Der Weckruf wirkte. Die Urdorfer kamen jetzt besser in die Partie und nach einer Viertelstunde zu einer Freistosschance durch De Napoli. Dann retteten die Wädenswiler in höchster Not gegen Urdorfs Alessandro Felicetti, der wenig später versuchte, Torhüter Mühlemann zu erwischen. Doch der Ball flog an den Pfosten. Und gleich nochmals trafen die Urdorfer die Torumrandung, als Rafael Sampaio Vieira mittels Freistoss den Ball auf die Querlatte setzte. Die Gäste schienen dem Ausgleich nun nahe zu sein, doch dann folgte die kalte Dusche. Nach einer Ecke der Gastgeber konnte Gammel den Ball nicht fassen und lenkte ihn mit den Händen ins eigene Tor ab – 2:0 für Wädenswil zur Pause.

In der zweiten Hälfte kontrollierten die Wädenswiler die Partie. 20 Minuten vor Schluss dann eine Chance für Sodano, Gammel musste in höchster Not eingreifen. Dennoch jubelten die Hausherren, und Gammel rannte wutentbrannt auf den Schiedsrichter zu. Der Urdorfer Goalie hatte den Ball nach seiner Auffassung vor der Linie gestoppt, doch das Schiedsrichtergespann gab den Treffer.

Mit dem 3:0 war die Partie entschieden, die Urdorfer waren jetzt sichtlich mit den Nerven am Ende, auch weil das Schiedsrichtergespann in einigen umstrittenen Szenen zuungunsten der Gäste entschieden hatte. So kam es vermehrt zu Diskussionen, die in einem Platzverweis gipfelten: De Napoli wurde nach einem Foulspiel verwarnt, beschwerte sich daraufhin beim Schiedsrichter und sah zum zweiten Mal Gelb. «So etwas darf ihm nicht passieren», sagte Musumeci hinterher. In Unterzahl hatten die Urdorfer erst recht keine Chance mehr, etwas aus diesem Spiel mitzunehmen. Ein paar Minuten später sorgte Sodano dann für den 4:0-Endstand. «Das Resultat ist aus meiner Sicht zu hoch», sagte Musumeci. «Aber wir haben uns auch selbst geschlagen.»

Damit haben die Limmattaler zum dritten Mal in Folge verloren. Und zu allem Überfluss aus Urdorfer Sicht haben die ärgsten Rivalen im Kampf um den Ligaerhalt auch noch gepunktet. Seefeld hat gegen Regensdorf einen Punkt geholt, und die Schlieremer haben Red Star II mit 3:1 geschlagen. Damit sind die Urdorfer nur noch drei Punkte von einem Abstiegsplatz entfernt. «Wir befinden uns mitten im Abstiegskampf», sagte Musumeci. «Da müssen wir uns nichts vormachen.»