Fussball
Die Urdorfer Serie ist gerissen

Der FC Urdorf verliert gegen Seefeld auf dem Chlösterli mit 1:2.

Michel Sutter
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Urdorfs Davide De Luca (links, hier gegen Seefelds Raphael Kaufmann), zeigte einige gute offensive Vorstösse.

Urdorfs Davide De Luca (links, hier gegen Seefelds Raphael Kaufmann), zeigte einige gute offensive Vorstösse.

michel sutter (msu)

«Kommt! Weiter, weiter, weiter!», schrie Gianni Musumeci von der Seitenlinie und klatschte aufmunternd in die Hände. Der Urdorf-Trainer liess nichts unversucht, um seine Mannschaft in der Partie gegen Seefeld zu einer Reaktion auf das zweite Gegentor zu bewegen, das die Limmattaler soeben kassiert hatten.

Doch die Nachspielzeit war bereits angebrochen, die Urdorfer vermochten auf diesen späten Rückschlag nicht mehr zu reagieren. Und so blieb es am Ende beim 1:2, was bedeutete, dass die Limmattaler im vierten Meisterschaftsspiel dieser Saison erstmals verloren hatten. «Die Spieler haben die Müdigkeit gespürt», sagte Musumeci nach der Partie, was auch Captain Davide De Luca bestätigte: «Ich zumindest habe mich am Ende müde gefühlt.» Schliesslich hatten De Luca und seine Teamkollegen bereits am Donnerstag gegen Red Star II gespielt. Deshalb hatte Musumeci seine Aufstellung an einigen Positionen verändert und auf frische Kräfte gesetzt, wobei er unter anderem auf Sladjan Peric verzichten musste, der nach einem Riss des vorderen Kreuzbands für den Rest der Vorrunde ausfallen wird.

Eigentor per Kopf

Musumeci konnte also nicht auf seine Stammelf zurückgreifen. Doch davon war in der ersten Hälfte wenig zu merken. Die Limmattaler boten den Seefeldern, die ihre bisherigen beiden Meisterschaftspartien gewonnen hatten, vor allem in der ersten Halbzeit erfolgreich Paroli und hatten in der Startviertelstunde die besseren Chancen. Nach 25 Minuten dann ein Freistoss für Urdorfs Patrick De Napoli, der Routinier schlenzte den Ball in Richtung Tor. Dort stieg Seefelds Monty Hänni hoch und köpfte den Ball ins eigene Netz. 1:0 für die Urdorfer, eine Führung, die zu diesem Zeitpunkt absolut verdient war.

In der zweiten Halbzeit wurden die Gäste jedoch immer stärker. Nach fünf Minuten legte Hänni den Ball an Urdorfs Goalie Sven Gammel vorbei, verpasste dann aber das leere Tor. Und eine Minute danach hatten die Limmattaler Glück, dass Seefelds Guido Bischofberger nur den Pfosten traf. Unglücklich aus Urdorfer Sicht hingegen war die Szene vor dem Ausgleich nach einer Stunde: Gammel stürmte aus seinem Kasten, da Hänni ganz alleine auf ihn zulaufen konnte. Der Urdorfer Torhüter konnte den Ball jedoch nicht wegschlagen, stattdessen erzielte Hänni mit einem noch abgefälschten Schuss das 1:1.

Varga vergibt Topchance

Nun gab es Gelegenheiten auf beiden Seiten, doch die besseren Chancen hatten die Gäste. Bis eine Viertelstunde vor Schluss, als Urdorfs Franco Varga den Ball aus nächster Nähe direkt auf den Seefelder Goalie schoss. «Hätte er getroffen, wäre die Partie anders gelaufen», sagte Musumeci.

Kurz nach Vargas Versuch kamen die Urdorfer immerhin zu einem Eckball und reklamierten kurz darauf ein Handspiel der Seefelder. Doch der erhoffte Penaltypfiff blieb aus. Erneut wurde nichts aus dem Führungstor für die Limmattaler. Stattdessen kamen die Gäste wiederum durch Hänni in der Schlussphase noch zum Siegtreffer. Damit war der Seefelder für alle drei Treffer in dieser Partie verantwortlich und schickte die Urdorfer kurz vor Schluss doch noch auf die Verliererstrasse.

«Es ist ärgerlich, dass wir am Ende noch diesen Gegentreffer bekommen haben», sagte De Luca. «Vielleicht lag es an der Konzentration, ich weiss auch nicht.» Klar sei, dass er und seine Teamkollegen das Spiel von Donnerstag noch in den Knochen gehabt hätten. «Wir hatten ja auch unsere Chancen, aber die Seefelder sind am Schluss nochmals voll gegangen», sagte er. Musumeci dagegen monierte, dass sein Team nach dem Ausgleich nicht mehr die nötige Zweikampfstärke gezeigt habe. «Wir haben einen Gang zurückgeschaltet», sagte er, «und das reichte eben nicht mehr, auch wenn wir Seefeld taktisch im Griff hatten.»

Nun gilt es für die Urdorfer, sich auf die nächste Aufgabe zu konzentrieren. Denn die Limmattaler erwartet schon wieder eine englische Woche. Am Donnerstag spielen sie gegen Srbija, das im Tabellenkeller ist. «Aber Srbija wird meiner Meinung nach unterschätzt», sagt Musumeci. «Das wird eine schwierige Partie werden. Wir werden Willen zeigen.»