Die Titelverteidigerin konnte dabei ihren alten Schweizerrekord um fast eine Sekunde auf 10,46 verbessern. Der vierte Rang von Stotz ist in nationalen Wettbewerben gesehen gleichbedeutend mit der schlechtesten Platzierung in dieser Saison. «Ich ging heute ohne grosse Erwartungen an den Start», erklärte die Limmattalerin nach dem Wettkampf.

Diese Aussage zeigt, welchen Wert sie diesem Wettkampf beimass – die Kategorie Speed ist ohnehin nicht ihre Paradedisziplin. Die 20-Jährige widmete sich während der aktuellen Saison mehrheitlich ihren zwei Paradedisziplinen Lead und Bouldern. «Ihr Training war klar darauf ausgerichtet und der Fokus dabei lag auf die WM», gab Nationaltrainer Urs Stöcker zu Protokoll.

Obschon für Stotz noch ein internationaler Wettkampf ansteht, kann man bereits eine Saisonbilanz ziehen. Egal, welche Platzierung sie im letzten Wettkampf erreichen wird: Es wird die gute Saisonleistung keineswegs trüben können. «Es gab gute und schlechte Wettkämpfe, gesamt gesehen bin ich zufrieden», sagte Stotz.

Potenzial im mentalen Bereich

Einen Schritt weiter ging dabei ihr Trainer und Förderer Urs Stöcker: «Rebekka war in dieser Saison sehr konstant und hat sich international in den Top fünfundzwanzig etablieren können.» Zu Beginn der Saison sprach man im Umfeld der Urdorferin noch von mentalen Defiziten. Stotz hat sich auch in dieser Hinsicht verbessert.

Trotzdem sieht Stöcker in diesem Bereich nach wie vor das grösste Potenzial. «Die grösste Schwäche liegt in ihrem Selbstvertrauen, sie glaubt zu wenig an das, was sie eigentlich kann, aber mit den Wettkampferfahrungen wird dies sicher besser werden.» Man wolle künftig eng mit einer Sportpsychologin zusammenarbeiten. 2013 legt Stotz ein Zwischenjahr ein, in dem sie sich ausschliesslich auf den Sport konzentrieren will.

Zur nationalen Spitze gehört Stotz bereits, sie belegt in der Jahreswertung Rang zwei hinter Klingler. Wenn sie ihre Ziele künftig weiterhin resolut verfolgt, kann die Limmattaler in ein paar Jahren die Weltspitze aufmischen.