Vielleicht hätten sich die Urdorfer Eishockeyaner in ihrem letzten Ligaspiel des Jahres doch noch Punkte geholt. Vielleicht dann, wenn im ersten Drittel der allein vor dem gegnerischen Tor stehende Florian Fischer seine Chance genutzt und zur Urdorfer Führung getroffen hätte. Oder wenn im Mitteldrittel Zugerlands Philipp Mauderli härter angegriffen hätte und so das 3:1 verhindert worden wäre. Oder auch, wenn zu Beginn des letzten Drittels der vors Zugerland-Tor stürmende Samuel Kuoni den mitgelaufenen Ken Walliser gesehen und angespielt hätte.

Doch den «Stieren» mangelte es an Übersicht an diesem Samstagnachmittag in der Zuger Bossard-Arena, der Heimspielstätte des EV Zug. In dem riesigen Stadion wirkten die Gäste phasenweise orientierungslos. «Wir waren von Anfang an nicht bereit», haderte Ken Walliser. «Woran das liegt, ist schwierig zu sagen, aber es lief einfach nicht für uns.»

Das zeigte sich bereits nach wenigen Minuten, als die Urdorfer erst durch Tobias Landis, dann durch Boris Otypka beste Torchancen ausliessen. Dafür kam Zugerland durch Reyan Kücük zur 1:0-Führung – und das erst noch nach einem vermutlichen Abseits der Zuger.

Die Urdorfer in Rückstand – das hatte es in dieser Saison noch nicht so oft gegeben. «Wir sind es uns nicht gewohnt, einem Rückstand hinterherzurennen», sagte Walliser. Trotzdem vermochten die Limmattaler gleich bei der ersten Überzahlsituation zu reagieren: Samuel Kuoni erzielte in der 14. Minute im Powerplay den 1:1-Ausgleich.

Die Gäste waren nun besser in der Partie, doch im zweiten Drittel mussten sie einen Doppelschlag von Zugerlands starkem Philipp Mauderlin verkraften: Erst traf dieser mit einem herrlichen Schuss in den Winkel zum 2:1, dann tankte er sich durch die Urdorfer Defensive hindurch und erzielte das 3:1. Nun waren die Gäste gefordert. Und sie hatten in den folgenden Minuten bei gleich zwei Überzahlsituationen zumindest einen numerischen Vorteil.

Aber statt Druck aufs gegnerische Tor zu erzeugen, fingen sich die «Stiere» nach einem Scheibenverlust beinahe ein Tor des in Unterzahl spielenden Gegners ein. «Abgesehen vom ersten Powerplay waren wir in Überzahl nicht gut», bemängelte Walliser. «Der Spieler mit der Scheibe hatte jeweils zu wenige Anspielstationen, und wir waren insgesamt zu statisch.» Das fand auch Urdorf-Trainer André Wismer: «Wir haben den Puck nicht gut laufen lassen.»

Dafür konnten die Limmattaler wenig später zuschlagen, als Thierry Gotti die Scheibe mit etwas Glück im Tor unterbrachte: nur noch 2:3 aus Sicht der Gäste. Dann aber mussten sie eine doppelte Unterzahl überstehen. «Mit zwei Mann weniger zu spielen, kostet sehr viel Kraft», sagte Walliser. «Das macht es umso schwieriger, dem Spiel eine Wende zu geben.»

Immerhin überstanden die «Stiere» diese Phase unbeschadet, das Spiel war auch im letzten Drittel noch offen. Bis eine Viertelstunde vor Schluss. Dann leisteten sich die Urdorfer einen Fehler in der Defensive und ermöglichten so Kücük den vierten Treffer für Zugerland – die Vorentscheidung in dieser Partie, in der Zugerlands Jonas Mosimann acht Minuten vor dem Ende für den Schlusspunkt sorgte.

Kein Ausrutscher mehr

Verständlicherweise ärgerte man sich bei den Urdorfern über die dritte Saisonniederlage – umso mehr, als dass man gegen einen direkten Konkurrenten und damit den Anschluss an die Spitzenteams Seewen und Sursee verloren hatte. «Wir sind insgesamt zufrieden mit der bisherigen Saison», meinte Walliser, «aber solche Niederlagen schmerzen.» Um einen der beiden anvisierten ersten Plätze zu erreichen, wolle man jetzt alle verbleibenden sechs Partien gewinnen. «Das ist unser Ziel», sagte Walliser. «Wenn wir wiederaufsteigen wollen, dürfen wir uns wohl keinen Ausrutscher mehr erlauben.»

Immerhin: Urdorf empfängt Seewen und Sursee noch daheim auf der Weihermatt und kann den beiden Topteams so Punkte abjagen. «Wir sind also durchaus im Fahrplan», bekräftigte Trainer Wismer. «Die Aufstiegsspiele sind in Reichweite. Aber es müssen sechs Siege her.»