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Die Urdorfer geben sich auf

In einem bedenklich schwachen 2.-Liga-Match in Schwamendingen kassieren die «Stiere» eine 0:4-Klatsche.

Raphael Biermayr
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Urdorfs Andrea Pasinelli bleibt der Torjubel im Hals stecken. rab

Urdorfs Andrea Pasinelli bleibt der Torjubel im Hals stecken. rab

Limmattaler Zeitung

Schauderhaft. Dieses Wort beschreibt die Geschehnisse gestern in der Partie zwischen Schwamendingen und Urdorf am treffendsten. Nicht der beissenden Bise, sondern der Spielqualität wegen. Nach diesem Match musste man zur Erkenntnis gelangen, dass es einem Wunder gleichkommen würde, falls beide Teams in der kommenden Spielzeit noch in der 2. Liga mittun würden.

Die erste wohltuende Ausnahme des Gesamteindrucks war ein Flugkopfball von Schwamendingens John-Pius Schacher nach dem bis dato einzigen flüssig vorgetragenen Angriff der Partie (23.). Sonst regierten meist das Unvermögen. Thomas Jenny vergab auf der Gegenseite aus zwei Metern Entfernung kläglich, in der Startviertelstunde hatte es Toptorschütze Rolando Baumann nicht besser gemacht. In der Folge bettelte der FCU fast um das Gegentor, Goncalves erzielte es schliesslich (31.).

Ein Tor zu Unrecht aberkannt

Einen liess das alles äusserlich kalt. FCU-Trainer Röbi Rhiner, der die Führung des Teams während dieses Matches seinem Assistenten Remo Agosti übertrug, sass auf der Ersatzbank und sagte nichts – bis zur 33.Minute, als er eruptierte. Was war geschehen? Nach einer Flanke war Andrea Pasinelli knapp vor dem hüftsteifen Torhüter Zoran Perak an den Ball gekommen und hatte zum 1:1 getroffen. Der Dietiker Schiedsrichter Mario Gullo hatte jedoch auf Foul des Limmattalers entschieden und überstimmte dabei auch seinen Assistenten – ein Fehler, denn Pasinelli hatte zuerst den Ball gespielt. Danach verharrte Rhiner wieder in der Sitzendposition.

Diese nahm er auch vorwiegend in der zweiten Halbzeit ein, die beiderseits kaum besser war. Schon gar nicht aus Urdorfer Sicht: Nach einem Kopfball von Jenny an die Latte wurden die Gäste zurückgedrängt. Und machten sich selbst das Leben schwer. Der eigentliche A-Junioren-Torhüter Defrim Delija, der den verletzten Schürch vertritt, schlug bei einem Rückpass ein Luftloch. Beim anschliessenden Eckball fehlte von ihm jede Spur – Goncalves traf zur Vorentscheidung. Dann gaben sich die «Stiere» auf und kassierten einzig wegen der Schwächen des Gegners nur noch zwei Treffer zum 4:0-Endstand.

Sanfter Druck des Präsidenten

Während sich Röbi Rhiner und
Remo Agosti nach Spielschluss lange berieten, stand Vereinspräsident Sandro Agosti am Kabineneingang und sagte: «In der zweiten Halbzeit ging gar nichts, eine Enttäuschung.» Konsequenzen sind keine zu erwarten, Agosti monierte zu Recht das arg strapazierte Kader, setzte aber dennoch sanften Druck für den nächsten Match gegen Zürich-Affoltern auf: «Jetzt hilft nur ein Sieg am Samstag.» So oder so: Urdorf wird wohl wieder bis zuletzt gegen die Relegation kämpfen. Und ist damit keinen Schritt weiter gekommen.

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