Fussball
Die Sucht nach dem Abstiegskampf treibt Dominic Galindo an

Der Routinier des FC Urdorf läuft in der entscheidenden Phase der 2.-Liga-Saison stets zur Hochform auf. Am Sonntag gegen Wiedikon sind seine Qualitäten wieder gefragt.

Raphael Biermayr
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Dominik Galindo erzielt vor Jahresfrist im Saisonfinal das 2:0 gegen Red Star.

Dominik Galindo erzielt vor Jahresfrist im Saisonfinal das 2:0 gegen Red Star.

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Wenn der Frühling in den Sommer übergeht, ist Dominic Galindo zur Stelle. Plötzlich taucht sein Name häufiger unter den Torschützen und Vorlagengebern auf. So wie am vergangenen Donnerstag. Er verlängerte im Spiel der letzten Chance gegen Seefeld II den Einwurf von Andrea Pasinelli, der zum siegbringenden 1:0 führte.

Unvergessen ist auch Galindos Kopfballtor zum 2:0 im letztjährigen Saisonfinal gegen Red Star. Was ist es, das den in Geroldswil wohnhaften «Ur-Limmattaler» stärker macht, wenn es heisst: alles oder nichts? «Es ist das Quäntchen Mehr, das diese Phase mit sich bringt, der grössere Druck, der Extrakick», erklärt der 31-jährige Aussenspieler. Es klingt wie die Schilderung eines Süchtigen.

Über die Freundin der Freundin zu Urdorf

Galindo ist neben Thomas Jenny der Einzige aus dem aktuellen Kader, der noch 3.-Liga-Zeiten mit dem FCU erlebte, bevor man sich seit der Spielzeit 2009/10 an die 2. Liga klammert. Er fand «per Zufall» aufs Chlösterli. Nach unruhigen Jahren in Spreitenbach habe er eigentlich etwas Beschaulichkeit in der 3. Liga gesucht.

Oetwil-Geroldswil schwebte ihm als mögliche Destinationen vor. Doch seine Freundin kannte die Freundin von Urdorfs Co-Trainer Remo Agosti und sprach mit ihr über seine Wechselabsichten. «So führte das eine zum andern», erzählt Galindo lächelnd.

Die aussterbende Art

Bereut hat der Bankangestellte diese Wendung nie: «Ich weiss von früher, wie es ist, wenn eine Mannschaft sich selbst zerfleischt. Hier herrscht immer ein positiver Umgang, der Verein unterstützt uns auch in schwierigen Situationen.» Seit 2006 gehört Galindo zum Team, erlebte zwei Aufstiege und einen Abstieg mit. Mit seiner hölzernen Spielweise – Michi Benz und er schienen wie Zwillinge – gehört er zur alten Generation der «Stiere».

«Früher definierten wir uns über den Kampf, das Chlösterli war unsere Burg. Heute ist mehr Qualität vorhanden, die jungen Spieler haben grosses Potenzial.» Ein Generationenwandel, der es besonders wünschenswert mache, weiterhin in der 2. Liga zu spielen, findet der passionierte Reisende. Ihn selbst zieht es nach der laufenden Saison zu den Senioren. Die sind gegenwärtig auf gutem Weg, in die Meisterklasse aufzusteigen.

Gegen Wiedikon zum nächsten Erfolg

Galindo kann sich vorstellen, à la Leandro Cicolecchia als Joker für das Fanionteam bereitzustehen. «Der Verein und ich werden eine Lösung finden», sagt er. Das ist noch Zukunftsmusik. Am Sonntag gegen Wiedikon (10.15 Uhr, Chlösterli) können Galindo und seine Teamkollegen mit einem Sieg die Tradition des maximalen Nervenkitzels weiterführen. Das bedeutet, die Entscheidung über die Urdorfer Ligazugehörigkeit zum vierten Mal in Folge auf den letzten Spieltag zu verschieben. Der Extrakick eben.