Die Urdorferin Liliana Milesi lacht bei der Frage, ob sie schon nervös sei, herzhaft auf. «Ja, die Nervosität ist schon sehr gross», sagt die 49-Jährige, mit Blick auf die am Freitag startenden European Summer Games 2014, die im Belgischen Antwerpen über die Bühne gehen werden. Kein Wunder, mit über 2000 teilnehmenden Athletinnen und Athleten aus 58 Länder kann mit bestem Gewissen von einem kontinentalen Grossanlass gesprochen werden.

Trainingslager in Tenero

Einmal pro Woche hat sich Milesi mit dem Dietiker Trainer Martin Christen auf die ESG vorbereitet. Dabei standen für die Leichtathletin 50-Meter-Sprint, Ballwerfen und Weitsprung aus dem Stand auf dem Programm. Also jene Disziplinen, welche die Urdorferin auch in Antwerpen bestreiten wird. «Zusätzlich waren wir für drei Tage in Tenero im Trainingslager. So konnten wir einander in der Delegation schon etwas kennen lernen», sagt Milesi.

Für Milesi, aber auch für Christen wird Antwerpen die erste Teilnahmen an European Summer Games. «Als Coach muss man sich bei Special Olympics bewerben und mit etwas Glück wird man dann ausgewählt», sagt Christen, bevor ihm Irenen Nuncalaf, Presseverantwortlicher von Special Olympics lächelnd ins Wort fällt: «Etwas mehr als Glück ist normalerweise schon dabei.» Dabei umarmt Milesi ihren Trainer, der noch zwei weitere Athleten unter seinen Fittichen haben wird, lachend. Christen war es dann auch, der die Leichtathleten nominieren musste. «Liliana ist seit über zehn Jahren bei uns dabei, da hat sie sich die Teilnahme an den European Summer Games verdient», sagt der 51-Jährige, während Milesi verlegen lächelt. In Antwerpen wird Christen für seine Athleten das Divisioning, also die Aufteilung in Leistungskategorien vornehmen. «So tritt jeder Athlet gegen ungefähr gleich starke Teilnehmer an», erklärt der Dietiker.

Olympisches Dorf in Antwerpen

Milesis Ziel an den European Summer Games ist klar: «Ich will einfach mein Bestes geben und wenn möglich ein paar neue Freunde finden.» Besonders für letztes sind die Voraussetzungen ideal, wie Nuncalaf erwähnt: «Alle Athleten sind am selben Ort untergebracht. So entsteht quasi ein kleines Olympisches Dorf – ideale Voraussetzungen für den gegenseitigen Austausch.» Dazu dürfen die Athleten nach den ESG mit Gleichgesinnten als Erinnerung ihre Trikots tauschen. Zuvor stehen aber die Wettkämpfe auf dem Programm. «Ich freue mich sehr darauf. Wenn es sogar für eine Medaille reicht, wäre es natürlich umso schöner. Schliesslich habe ich an den National Summer Games in Bern 2014 zweimal Gold gewonnen», sagt Milesi mit funkelnden Augen.

Alle Voraussetzungen sind also gegeben, um an den European Summer Games 2014 in Antwerpen neue Freunde und Medaillen zu gewinnen.