Die GCK Lions – nicht gerade ein Gegner, der dem Drittligisten Urdorf liegt. «Eine Art Angstgegner», wie Urdorfs Captain, Sebastian Hauser, sagt. «Gewinnen wollen wir immer gegen sie, schaffen tun wir es aber fast nie.»

Am Sonntag sah es nach harzigem Start im zweiten Spiel der Meisterrunde aber gut aus. In der 46. Minute brachte Thomas Wigger die Stiere ein erstes Mal in Führung (3:4) und in der 58. Minute führten sie dank Adrian Casutt mit 4:5. Was Trainer Daniel Hüni seit Beginn des Spiels gefordert hatte, setzten seine Mannen plötzlich in die Tat um. Sie spielten aggressiver, checkten den Gegner, der den Puck führte, und spielten die Pässe via Bande einfach nach vorne.

Die achtzig Zuschauer auf der Tribüne zogen für kurze Zeit ihre Halstücher aus dem Gesicht und jubelten den Stieren zu. Der 3. Rang in der Meisterrunde war nun möglich. «Wir wollen diesen 3. Platz ums Verrecken. Jetzt einfach kein Schnickschnack-Hockey spielen», motivierte Hüni seine Spieler.

Entscheidung in letzter Minute

Doch plötzlich war sie da, die Angst vor dem Gewinnen. Auf der Weihermatt herrschte hüben wie drüben ein Durcheinander. In den Schlussminuten spielten die Lions aber cleverer. Zuerst glichen sie aus, danach erzielten sie 20 Sekunden vor Schluss gar noch den Siegestreffer zum 6:5.

«Das tut brutal weh», sagte Hauser nach dem Spiel. «Normalerweise sind wir es, die am Schluss noch ein Spiel drehen können.» Der Captain fand indes, dass die Urdorfer den Match schon viel früher hätten entscheiden können, hätten sie konsequenter und konzentrierter gespielt. Doch stattdessen kassierten sie «viele dumme Strafen». Kaum einmal standen pro Team fünf Feldspieler auf dem Eis.

Meist agierten die Urdorfer stark, wenn sie in Unterzahl spielten. Einmal erzielte der 20-jährige Tobias Hug gar einen Shorthander, nachdem ihn Casutt mustergültig lanciert hatte. Ein ebenso schönes Tor hatte Urdorfs Liga-Topskorer Raphael Studer nach einem Sololauf zu Beginn des Spiels erzielt.

Doch schöne Tore bringen keine Punkte, und die hätte Urdorf gebraucht, hätte es seine Chance auf den 3. Rang wahren wollen. «Das wäre schön gewesen, doch unser Hauptziel war es, überhaupt die Meisterrunde zu erreichen», sagt Sebastian Hauser. Nach der 5:6-Niederlage verbleibt der EHC Urdorf auf dem 4. Platz.

Nun steht den Stieren noch ein Heimspiel bevor: Am Samstag, 12. Februar um 17.15 Uhr gegen Illnau-Effretikon. Dann ist die Saison und die Ära der Kunsteisbahn Weihermatt zu Ende. Ab der nächsten Saison wird sie gedeckt sein. Und dann will der EHC Urdorf das Unternehmen Aufstieg in die 2. Liga in Angriff nehmen.