Handball

Die Solidarität kommt bei diesen Teams vor der Rivalität

Am vergangenen Sonntag haben sich die Frauen des HCDU/Limmat von Schlieren 18:18 unentschieden getrennt. Das Resultat entspricht dem Spielverlauf und spiegelt auch das Verhältnis zwischen den beiden Limmattaler Teams wieder.

Nach Spielschluss huscht den Spielerinnen des SG HCDU/Limmat ein Lächeln übers Gesicht.

Die Mannschaft, die derzeit ohne offiziellen Trainer spielt, ist offensichtlich zufrieden mit dem Ergebnis, obwohl das Unentschieden gegen Schlieren den ersten Punktverlust der Saison bedeutet. «Wir haben viele Junge eingesetzt», sagt Karin Binder vom Heimteam. «Und die haben sehr gut gespielt.»

Sich gegen einen Rückzug entschieden

Für sie und ihre Teamkolleginnen ist das Siegen sekundär, auch wenn der Club Rang 1 in der Tabelle belegt. Und das mit gutem Grund. «Da unsere erste Mannschaft in der 2. Liga spielt, können wir eh nicht aufsteigen», erklärt Binder. «Daher haben wir auch keinen Druck. Für uns geht es nur darum, möglichst viel Spass am Handball zu haben.»

Eigentlich wollten sich die «Legenden», wie sich die Spielerinnen des SG HCDU/Limmat früher nannten, nach dem Abstieg in die 3. Liga zurückziehen. Doch ausgerechnet der Trainer der Schlieremerinnen, Antonio Ciccarese, stimmte sie um.

«Er hat angerufen und uns gebeten, weiterzumachen», erinnert sich Binder. «Es wäre ja schade gewesen, wenn es im Limmattal noch ein Damenteam weniger gegeben hätte», meint Ciccarese. «Für uns ist es wichtig, dass wir gegeneinander spielen können.» Für ihn zählt der Solidaritätsgedanke mehr als die Rivalität.

Glücklich mit dem Punktgewinn

Mit dem Punkt ist Ciccarese zufrieden, aber nicht, weil man ihn gegen die Lokalrivalinnen geholt hat, sondern «weil wir dem Leader ein Unentschieden abtrotzen konnten.» Und auch, weil seine Mannschaft gut in die Saison gestartet ist: «Wir haben bisher noch nie verloren.»

Und das wirkt sich auf die Tabelle aus. Der HBS-TV Schlieren belegt momentan den 5. Platz und hat sechs Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze – bei zwei Partien weniger. Angesichts dieser Konstellation hätte man natürlich auch beide Punkte mitgenommen.

«Aber das Unentschieden ist für uns ein Prestigeerfolg», freut sich Ruedi Meier, Präsident des Clubs. «Besonders, weil wir dem HCDU Limmat früher stark hinterhergehinkt sind. Daher ist dieser Gegner für uns eine Herausforderung.»

Ambitionen auf den Aufstieg hat man jedoch auch in Schlieren keine. «Das ist mit unserer momentanen Besetzung kein Thema», bekräftigt Meier.

Beide Vereine wollen keine Fusion

Ebenfalls kein Thema ist eine Fusion der Frauenmannschaft mit dem SG HCDU/Limmat, die in der Vergangenheit vorgeschlagen wurde. «Wir haben uns immer gegen einen Zusammenschluss gewehrt, weil wir uns als Dorfverein sehen und auch so funktionieren», erklärt Meier.

Dennoch sind sich Meier und Binder einig: «Die Rivalität zwischen den beiden Teams hält sich in Grenzen.» Und Ciccarese spricht sogar von freundschaftlichen Verhältnissen auf dem Feld. Schliesslich möchte man einfach gegeneinander Handball spielen können.

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