Faustball
Die Schlieremerinnen «müssen kleinere Brötchen backen»

Erstmals seit zehn Jahren ist für die Schlieremerinnen die NLA-Saison bereits nach der Qualifikation zu Ende. Vereinspräsident Daniel Laubi relativiert, dämpft aber die Erwartungen für die Zukunft.

Raphael Biermayr
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Präsident Daniel Laubi (v.) kennt die Gründe für die Baisse der Frauen.bier

Präsident Daniel Laubi (v.) kennt die Gründe für die Baisse der Frauen.bier

Wann fehlte Schlierens Simone Estermann je an einer Meisterschaftsrunde? Eine Frage, die sich jüngst stellte, als es für die Limmattalerinnen in vier Partien an zwei Tagen um die Qualifikation für den Finalevent ging. Die Grand Dame des Schweizer Faustballs – ein Ausbund an Ehrgeiz – weilte am ersten Tag an einer Hochzeit. Am zweiten stiess sie zum Team, um die letzte Chance zu packen.

Vergebens. Nach der Niederlage gegen den direkten Konkurrenten Oberentfelden-Amsteg lagen die Top drei ausser Reichweite. So beginnt morgen in Oberentfelden zum ersten Mal seit 2002 eine Medaillenrunde ohne die Schlieremerinnen. Estermann habe im Vorfeld mit sich gerungen, was ihre Priorität anbelangt. «Es ist eine sehr gute Kollegin, eine Hochzeit feiert man nur einmal im Leben – das gab schliesslich den Ausschlag», erklärt sie. Sie könne sich nicht darüber hinaus nicht erinnern, zuvor gefehlt zu haben,

Verletzungen und Substanzverlust

Vereinspräsident Daniel Laubi unterstützt die Entscheidung von Captain Estermann. «Das zeigt, dass andere Prioritäten wichtiger werden, was ein ganz normaler Prozess ist. Das war die Chance für andere in der Mannschaft, sich zu zeigen – das klappte nicht. Das wiederum ist bezeichnend dafür, dass Leadertypen fehlen.»

Er ortet für die Baisse des Aushängeschilds des Vereins verschiedene Faktoren. «Die Verletzungen von Melissa (Steiner, Anm. d. Red.) und Patricia (Koruna, fällt ein halbes Jahr aus) wogen schwer, ebenso der Substanzverlust nach dem Abgang von Monika Thalmann und dem Kürzertreten von Sabine Pfister.» Laubi verteidigt den Weg, junge Eigengewächse einzubauen, gleichwohl die zweite Mannschaft sang- und klanglos aus der NationalligaB abgestiegen ist. «So ein Negativerlebnis gehört zum Reifeprozess, daran wächst man», ist er überzeugt.

Trotz allem Positivismus – die fetten Jahre sind wohl vorbei. Diese Einschätzung teilt auch der Präsident: «Die Erwartung an das Team war in den letzten Jahren stets der Titel. Das ist mittlerweile sicherlich nicht mehr angebracht. Wir müssen also kleinere Brötchen backen. Man darf erwarten, dass es jeweils um Medaillen spielen kann.» Simone Estermann spricht davon, dass das Team lernen müsse, an seine Leistungsgrenzen zu gehen («auch im Training») dann liege «alles» drin.

Das Jubiläum vor Augen

Freude bereiten Präsident Laubi hingegen die Männer. Mit dem dritten Platz in der NLB hat das Fanionteam überrascht, die zweite Mannschaft holte Silber in der 1. Liga. «Wir sind auf dem richtigen Weg», sagt Laubi, Gleiches gelte für den Nachwuchs. Mit Vorfreude sieht Daniel Laubi dem nächsten Jahr entgegen. Anlässlich des 25. Vereinsgeburtstags sind zahlreiche Aktivitäten geplant, der Höhepunkt: Ein Galaabend, zu dem 300Gäste erwartet würden.

Am 13. und 14. Oktober findet in Schlieren das Hallenturnier statt. Für das Plauschturnier kann man sich noch anmelden: rolf.buehler@post.ch