Fussball
Die Schlieremer Fussball-Helden sind müde

1:6! Schlieren ist von der Rolle. Nach geschichtsträchtigen acht Siegen in Serie gabs im letzten Heimspiel der 2.-Liga-Saison eine ebenso sagenhafte Klatsche gegen Schwamendingen.

Ruedi Burkart
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Hitzige Diskussionen zwischen Schwamendingen (in Grün) und Schlieren.

Hitzige Diskussionen zwischen Schwamendingen (in Grün) und Schlieren.

Ruedi Burkart

Vor dem Anpfiff sass Schlierens Trainer Antonio Caputo mit einem Teil des Vereinsvorstands gemütlich bei einem Kaffee beisammen. Die Stimmung hätte kaum besser sein können, man strahlte mit der Morgensonne quasi um die Wette. Angesprochen auf die Tatsache, dass die Schlieremer zwei Runden vor Schluss gar noch rechnerische Chancen auf den direkten Durchmarsch in die 2. Liga interregional gehabt haben, lächelte Caputo nur: «Das ist irgendwie verrückt, nicht?» Zwei Stunden später war Caputos Gemütslage eine gänzlich andere. Gerade war sein Team von Schwamendingen mit 1:6 in seine Einzelteile zerlegt worden. Wieder Schwamendingen! Wie in der Vorrunde, damals gabs gegen den gleichen Gegner gar ein 1:7. «Das Resultat spricht heute für sich», meinte Caputo, «wir müssen dieses Spiel gar nicht lang und breit analysieren.» Von Beginn weg waren die Limmattaler ein bis zwei Schritte langsamer als der Gegner, läuferisch wie gedanklich. Sie verloren verdient, aber ein bis zwei Tore zu hoch. «Kopf hoch, Jungs. Was ihr bisher erreicht habt, das kann euch keiner nehmen», tröstete Caputo die Spieler.

Was bleibt in Erinnerung?

Zum Abschluss geht es am kommenden Sonntag gegen den immer noch um den Ligaerhalt kämpfenden FC Zürich-Affoltern (Srbija ist gestern als erstes Team abgestiegen). Danach ist die erste 2.-Liga-Saison seit knapp 30 Jahren auch schon wieder Geschichte. Was bleibt davon in Erinnerung? Sicher eine durchzogene Vor- und eine grossartige Rückrunde. Man wird sich erinnern an einen FC Schlieren, der in der Saison 2014/15 aufsehenerregende Siege feierte und ebenso spektakulär verlor – wie eben jüngst gegen Schwamendingen. Der sein Heil vornehmlich in der Offensive suchte und die Fans begeisterte. Der durchschnittlich knapp 2,5 Treffer pro Spiel erzielte. Und der mehr Zuschauer an seinen Heimspielen verdient hätte als die Handvoll Schaulustigen in den vergangenen Monaten.

Wie gehts nun weiter auf dem Zelgli? Klar ist seit geraumer Zeit, dass Trainer Antonio Caputo an der Seitenlinie von Davide Molinaro (33) abgelöst wird und seinerseits den Posten des Sportchefs übernimmt. Im Kader soll es laut Caputo zu keinen grossen Änderungen kommen. Fest stehen bisher lediglich die Abgänge von Giuseppe Sorrentino (zu Birmensdorf), Sefket Hani und Fabio Santurbano (beide Pause). «Das Gros der Mannschaft bleibt zusammen», so Caputo. Es sei jedoch auch klar, dass der eine oder andere neue Spieler im Gespräch ist. Der Neo-Sportchef: «Nach dem letzten Meisterschaftsspiel wissen wir mehr.»