Schon Mac Moustache wusste, wo der Bär steppt. Der legendäre verdeckte Ermittler des «Limmattaler Tagblatts» berichtete im März 1997 von den Geschehnissen im Trainingslager des FC Dietikon auf Gran Canaria (es handelte sich dabei um den Sportredaktor Mac Huber, der im FCD-Fanionteam kickte). In der Nachbarschaft logierte mit dem FC Urdorf gleich noch ein weiteres Team aus der Region.

Die Kanareninsel ist bis heute, 16Jahre später, ein beliebtes Reiseziel für Amateurfussballteams geblieben. Das bestätigt Laurent Fessel, der das auf Trainingslager spezialisierte Reisebüro SportAgencyOne führt. «Das Klima ist gut und das Nachtleben stimmt», weiss der frühere Engstringen- und Birmensdorf-Trainer. Im kommenden Frühling werden gleich drei regionale Teams im Süden Gran Canarias anzutreffen sein: die Drittligisten Schlieren, Urdorf und Birmensdorf.

«Klare Regeln»

Die «Stiere» sind ein Dauergast an den Stränden von Maspalomas. Zum sechsten Mal in Serie logieren sie dort. Für Trainer Andi Wiederkehr ist es gewissermassen eine Heimkehr: Nach einem Unterbruch reiste der FCU mit Wiederkehr im Jahr 2009 wieder an die gewohnte Vorbereitungsstätte von einst. Nachfolger Röbi Rhiner blieb dem Ort treu. Der Aufhänger war die damit verbundene «Garantie» des Verbleibs in der 2. Liga. Diese ist seit dem letzten Frühsommer verfallen. Kein Grund für einen Wechsel? «Etwas Neues war ein Thema, aber dort fühlen wir uns wohl», erklärt Wiederkehr.

Ein Dauerbrenner im Zusammenhang mit Trainingslagern ist auch das Verhalten neben dem Platz. Der Ex-Professional (unter anderen GC und Xamax) streicht den Teambuildingsfaktor heraus, der aber «nicht auf Kosten des Trainings» gehen dürfe. Auch zu seiner Zeit als Aktiver hätten «klare Regeln» gegolten. «Man bestellte sich mal ein Bier aufs Zimmer, wo man jasste. Sonst war nicht viel los, wenn nicht explizit Ausgang auf dem Plan stand», erklärt er.

Dietikons Selbstbeteiligung

Spanisch gesprochen wird – zumindest beim Personal – auch im Trainingslager des FC Dietikon in Marbella. Experte Laurent Fessel streicht die Qualitäten dieser Stätte heraus: «Dort halten sich auch Profimannschaften auf.» Die Spieler derer müssen sich indes nicht an den Kosten beteiligen: Das Dietiker Fanionteam sammelte an einer Lotterie über 11000 Franken, damit die hohen Ansprüche finanziert werden können. Der FC Engstringen reist derweil an den Gardasee, während der FC Oetwil-Geroldswil infolge zu weniger Zusagen zu Hause bleibt.

Auf Gran Canaria werden Schlieren, Urdorf und Birmensdorf derweil keine Limmattaler Vorbereitungsmeisterschaft durchführen können: Sie reisen ab Mitte Februar nacheinander an, halten sich also die Barhocker warm.