Eisschnelllauf

Die Olympischen Spiele hat er noch immer im Visier

Der Urdorfer Christian Oberbichler möchte dieses Jahr möglichst viel auf dem Eis trainieren, um in Form zu kommen. zvg

Der Urdorfer Christian Oberbichler möchte dieses Jahr möglichst viel auf dem Eis trainieren, um in Form zu kommen. zvg

Der Urdorfer Christian Oberbichler kämpft sich nach Erkrankungen zurück.

Christian Oberbichler ist zufrieden mit seiner Leistung am vergangenen Wochenende im deutschen Inzell. Die 500 Meter ist der Urdorfer in 35.97 Sekunden gelaufen, für die 1000 Meter benötigte er 1 Minute und 12,49 Sekunden. «Ich fühle mich gut», sagt er.

Das ist in dieser Saison keine Selbstverständlichkeit für den 24-Jährigen. Seit vergangenem Sommer hat er immer wieder mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Erst erkrankte er im Trainingslager im Sommer an einer Grippe. Dann wurde er im September und im Oktober erneut krank und musste pausieren.

Im November reiste er dann nach China und Japan an den Weltcup. «Aber mein Körper kam mit der Zeitumstellung und der weiten Reise nicht so gut klar», sagt er. Dann, beim dritten Weltcup in Astana, Kasachstan, im Dezember, lief er die 500 Meter in guten 35,84 Sekunden und stellte damit seine Saisonbestleistung auf und qualifizierte sich so für die Europameisterschaft im Januar im niederländischen Heerenveen. Doch beim vierten Weltcup in den Niederlanden musste er wieder einen Rückschlag verkraften. «Nach dem ersten Tag bekam ich die Grippe, und der Arzt schickte mich wieder nach Hause», berichtet er. «Ich habe zehn Tage nichts mehr gemacht.» Und Oberbichler war zurück auf Feld eins.

Immerhin gab es auch positive Meldungen für den Urdorfer. An der Schweizer Meisterschaft, die im Dezember in Innsbruck ausgetragen wurde, gelang ihm über 500 und 1000 Meter die Titelverteidigung.

Verletzung bei EM-Vorbereitung

Doch dann folgte der nächste Rückschlag. «Während der Vorbereitung auf die Europameisterschaft holte ich mir eine Zerrung bei den Adduktoren», sagt er. «Also musste ich absagen. Und das ausgerechnet für Heerenveen, wo bis zu 15’000 Zuschauer im Stadion sind.» Zehn bis 14 Tage konnte er wenig bis gar nicht trainieren.

Dann folgte eine Aufbauphase, in der er sich auf den Weltcup in Berlin Ende Januar vorbereitete. Doch eine Woche zuvor war er leicht angeschlagen. «Ich hatte die Trainingsintensität gesteigert und für mein Körper war es zuviel», meint er. «Dadurch holte ich in Berlin das schlechteste Resultat in dieser Saison.»

Nach Berlin legte Oberbichler erneut eine Pause ein und hatte mit einem neuen Problem zu kämpfen: einer Mandelentzündung. Er bekam Antibiotika, was seinen Körper zusätzlich schwächte. Die Schwellung ist mittlerweile zwar abgeklungen, doch ganz weg ist sie noch nicht.

Trotzdem wird Oberbichler nächste Woche an die Saisonabschlusswettkämpfe nach Calgary reisen, um sich dort mit anderen zu messen, aber auch, um wieder aufs Eis zu kommen. «Wäre ich in Innzell schlechtere Zeiten gelaufen, hätte ich auf Calgary verzichtet», gibt er zu. «So habe ich aber gesehen, dass ich eigentlich in Form bin. Daher will ich die Chance nutzen und mich in Calgary beweisen.» Die Bahnen dort würden von denselben Eismeistern präpariert, die nächstes Jahr auch an den Olympischen Spielen Pyeongchang in Südkorea fürs Eis der Eisschnellläufer zuständig seien.

32 Läufer an Olympia

Die Olympischen Spiele – das ist nach wie vor Oberbichlers grosser Traum. Damit er als einer der insgesamt 32 Läufer an Olympia an den Start gehen kann, muss er jetzt an mindestens einem der vier Weltcups in der nächsten Saison teilnehmen und möglichst gut abschneiden. «Die beste Zeit zählt», erklärt er.

Möglich, dass er sich nur auf die beiden letzten verbleibenden Weltcups in Salt Lake City und Calgary konzentriert, wo die Bahnen am schnellsten sind. «Es nützt ja nichts, wenn ich in Heerenveen und Stavanger gut laufe, die Zeiten dann aber im Vergleich zu den schnellen Bahnen in Salt Lake City und Calgary viel zu langsam sind», erklärt er. «Dann habe ich nur unnötig Energie verpufft.»

Aber ist die Konkurrenz nicht gewichtig aus den anderen, grossen Eisschnelllaufnationen? «Ja», sagt Oberbichler. «Aber da aus jedem Land nur drei Läufer an den Start gehen dürfen, sind meine Chancen intakt.» Zumal er, wenn er seine «normalen» Zeiten laufe, durchaus zu den Top-30 gehöre.

Allerdings: Der Weg bis Olympia ist noch weit. Dessen ist sich Oberbichler bewusst. Aber er ist motiviert, sein grosses Ziel doch noch zu erreichen. «Andere Läufer reissen sich drei Monate vor einem Wettkampf die Bänder und holen am Wettkampf dann den dritten Platz», sagt er. «Also kann ich es auch schaffen.»

Meistgesehen

Artboard 1