Am 3. Juni beginnt beim Handball-Erstligisten HC Dietikon-Urdorf ein neues Zeitalter. Mit dem Trainerwechsel hin zu Karsten Hackel kehrt ein spürbar neuer Besen. Obwohl das erste vom Deutschen geleitete Training am 3. Juni erfolgt, hat Hackel gemeinsam mit Sportchef Dominik Hari hinter den Kulissen bereits eifrig gewirbelt. Vier oder vielleicht sogar fünf neue Spieler wird er in der ersten Trainingswoche präsentieren. Namen will er erst nennen, wenn die Transferformulare von allen Seiten unterschrieben sind. Nur soviel: «Es sind definitiv alles Verstärkungen», sagt Hackel, der betont, man habe gezielt nach Spielern gesucht, um die Schwachstellen der Mannschaft sinnvoll zu reduzieren.

Der neue Trainer geht mit konkreten Vorstellungen an seine Aufgabe heran: «Es braucht viel mehr Struktur, nicht nur spielerisch, sondern auch im Teamleben. Die Spieler benötigen Leitlinien, an denen sie sich orientieren und mit denen sie arbeiten können», sagt Hackel. Bei seinen Visiten an den Partien der Abstiegsrunde hat ihm ein Konzept im Spiel des HCDU gefehlt. «In der Abwehrarbeit zum Beispiel muss jeder wissen, was der andere tut. Zudem muss viel mehr miteinander kommuniziert werden», sagt der neue Trainer. Kommunikation und eine Feedback-Kultur nennt er deshalb als weitere Kernthemen seiner Arbeit.

Tempospiel als erster Schwerpunkt

Auch für die Gestaltung des Aufbautrainings hat Hackel, der von Sportchef Hari als «sehr motivierter Mann» beschrieben wird, klare Vorstellungen. Die ersten zwei Wochen dienen dem gegenseitigen Kennenlernen, danach bildet das Tempospiel einen ersten Schwerpunkt. In der ersten Vorbereitungsphase bittet Hackel seine Spieler auch zu Leistungstests im Ausdauer-, Kraft- und Schnelligkeitsbereich auf. Daraus werden die individuellen Vorgaben für das physische Training abgeleitet.

Die Meinung, dass die Mannschaft dauerhaft schwierigen Zeiten entgegensegelt, teilt Karsten Hackel nicht. «Man darf in solchen Analysen nicht nur die Fakten aus der Vergangenheit zu Hilfe nehmen, sondern muss auch berücksichtigen, was die neue Führung dafür tut, um Gegensteuer zu geben», sagt er. Hackel gibt zwar zu, dass «wir uns mit dem HC Dietikon-Urdorf am Scheideweg befinden», er ist aber überzeugt, dass man «das Ruder jetzt herumreissen und einen Schritt nach vorne machen kann.»

Dazu gehört es auch, wieder einen richtigen Unterbau zu generieren und einen roten Faden durch die Ausbildung der Spieler zu ziehen. Hackel nennt als Beispiel GC Amicitia. «Die Stadtzürcher haben eine Angriffsauslösung, welche sie mannschaftsübergreifend vom NLA-Team bis zu den jüngsten Junioren überall einüben. Wenn man diese sieht, denkt man sich ‹typisch GC›.». Er wünsche sich, dass es bald einmal in den Handball-Hallen auch heisse «typisch HCDU». Es brauche aber viele Hände, dass dies klappe. «Nicht nur meine».

Karsten Hackel gibt auch zu bedenken, dass seit Jahren kaum mehr eigene Junioren den Weg ins Fanionteam geschafft haben. Mit Daniel Burla und Damian Biffiger werden zwei Eigengewächse definitiv ins Kader der ersten Mannschaft integriert. Auch das soll künftig System haben. Wie fast alles, dass der neue Trainer anpackt. Jetzt müssen nur noch die Spieler mitziehen.